„Zwei glorreiche Halunken“ ist der dritte Film von Sergio Leones sogenannter „Dollar Trilogie“. Der Italowestern mit Clint Eastwood wird heute noch von vielen Leuten als ein Meilenstein der Filmgeschichte bezeichnet.

Bei dem Film “Zwei glorreiche Halunken” handelt es sich nach “Für eine Handvoll Dollar” und “Für ein paar Dollar mehr” um den dritten Italowestern unter der Regie von Sergio Leone mit Clint Eastwood in einer der Hauptrollen. Er stellt allerdings eigentlich ein Prequel der ersten beiden Filme dar. Also ein Film, der zeitlich vor den anderen zwei Filmen spielt. Das ist vor allem daran zu erkennen, weil Eastwood erst gegen Ende des Films den Poncho findet, den er während der ersten beiden Filme ständig trägt.

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Zwei glorreiche Halunken: The Good, the Bad and the Ugly

Entstanden ist die italienisch-spanische Koproduktion im Jahr 1966. In diesem Jahr kam der Film auch in die italienischen Kinos und ein Jahr später auf die Leinwände der amerikanischen Kinos.

Im Gegensatz zu dem deutschen Titel “Zwei glorreiche Halunken”, wird in dem Originaltitel “Il buono, il brutto, il cattivo” und in dem internationalen Titel “The Good, the Bad and the Ugly” auf alle drei Männer hingewiesen, die den Film im Wesentlichen prägen. Dem Guten, dem Bösen, und dem Brutalen/dem Hässlichen. Bei dem “Guten” handelt es sich um einen namenlosen Fremden, der von allen nur “der Blonde” genannt wird (Clint Eastwood), mit dem “Bösen” ist der kaltblütige Sentenza (Lee van Cleef) gemeint und der “Brutale/Hässliche” ist der Bandit Tuco (Eli Wallach), der am Anfang des Films noch mit dem Blonden zusammenarbeitet, später aber, wie die anderen auch, nur sein eigenes Ziel verfolgt: die Geldkassette mit den 200.00 Dollar zu finden und für sich alleine zu behalten.

Sergio Leones Spaghetti Western

Die Handlungen des Films spielen sich in New Mexiko zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs ab. Gedreht wurde aber hauptsächlich in Spanien, wie bei vielen Filmen dieses Genres.
Der wesentliche Unterschied zum herkömmlichen amerikanischen Western ist die Tatsache, dass es in diesem Film, wie übrigens in den meisten Italowestern, nicht den klassischen Filmhelden gibt. Hier sind alle Hauptfiguren nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und auch bereit dafür mit allen Mitteln zu kämpfen.

Was mit den Erfolg dieses Films ausmacht sind die für Leone typischen Schnitte und Kameraführungen. Hierzu zählt beispielsweise die Verknüpfung von Weitwinkelaufnahmen mit extremen Nah- und Detailaufnahmen, womit eine enorme Spannung aufgebaut wird.
Auch gibt es kaum ellenlange Dialoge. Im Gegenteil, es gibt sogar minutenlange Filmsequenzen, in denen gar nicht gesprochen wird. Dazu kommt die Musik, die wie in fast allen Leone-Filmen von Ennio Morricone stammt.

Der Regisseur und sein Star: Leones Verhältnis zu Clint Eastwood

Für den ersten Film der Trilogie “Für eine handvoll Dollar” musste Leone mit einem sehr begrenzten Budget auskommen. Da er aus diesem Grund keinen der großen Hollywoodstars verpflichten konnte, fiel seine Wahl auf den damals relativ unbekannten Fernsehschauspieler Clint Eastwood. Als der Film dann aber sehr erfolgreich wurde und auch der zweite Film an den Erfolg anknüpfen konnte, stand Leone für “Zwei glorreiche Halunken” wesentlich mehr Geld zur Verfügung. Dass Eastwood deswegen auch mehr Gage verlangte, passte dem Regisseur hingegen überhaupt nicht. Deswegen galt das Verhältnis zwischen den beiden nach den Dreharbeiten auch als zerstört und Leone wählte für seinen nächsten Film “Spiel mir das Lied vom Tod” Charles Bronson als Hauptdarsteller.

Kurz vor Leones Tod im Jahr 1989 versöhnten sich die beiden Männer aber wohl wieder, denn Eastwood widmete ihm 1992 seinen Western “Erbarmungslos”.

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