Zombies, Haifische, karibische Strände – was will man mehr?

Lucio Fulcis erster Zombiefilm heißt im italienischen Original “Zombi 2”, was ein feiner Marketingcoup war: George Romeros “Dawn of the Dead” war kurz zuvor in Italien unter dem Titel “Zombi” gelaufen.

Angst vor Plagiatsvorwürfen hatte Herr Fulci ohnehin selten. “Woodoo – Schreckensinsel der Zombies” war der erste, äh, “große” europäische Zombiefilm, dem eine ganze Reihe teils sehr drastischer Splatterfilme folgen sollte. Im Gegensatz zu Romero, dessen Apokalypsen stets ein wenig politische Allegorie waren, verzichtet Fulci zugunsten einer romantisch-monströsen Abenteuerhandlung auf jegliche gesellschaftskritischen Töne: Stattdessen legt er wert auf einen exotischen Schauplatz, hübsche Mädchen und blutige Effekte. Was ihm bisweilen auch sehr gut gelingt.

Die Geschichte passt auf ein Kaugummipapier: Ein herrenloses Boot wird im New Yorker Hafen angetrieben. Als Polizisten es kontrollieren, werden sie von zwei Zombies angegriffen. Auf den Vorfall angesprochen, weiß die Tochter des Bootseigners nur zu berichten, dass ihr Vater auf einer karibischen Insel (“Matool”) lebt. Kurzerhand macht sie sich, zusammen mit einem unerschrockenen Reporter, auf, die mysteriösen Geschehnisse aufzuklären. Auf Matool angekommen, stellen sie fest, dass eine grauenhafte Epidemie die Bewohner dahinrafft – und als Untote wieder auferstehen lässt …

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Eines gleich vorweg: Mit den Gore-Effekten neuerer Splatterfilme wie “Saw” oder “Hostel” lässt sich “Woodoo” nicht vergleichen; zwar sind einige Szenen recht eindrücklich, aber insgesamt überwiegt eine Art Comic-Atmosphäre, die dem Film jeglichen Realismus nimmt. Den Zombies sieht man das Make-up an, das Blut wirkt ein bisschen marmeladenhaft, und wenn’s ans Splattern geht, wirkt mancher gestandene Kerl nur noch wie ein Plastik-Dummy. Sei’s drum: Spaß macht’s allemal.

Zum Beispiel eröffnet Fulci seinen Film mit einer Szene, die im Subsubsubgenre des karibischen Zombiefilms klassisch geworden ist: Unter Wasser kämpfen ein Zombie und ein Hai gegeneinander. Das zeigt nachdrücklich, mit welchem Anspruch an Ernsthaftigkeit Fulci ans Werk gegangen ist … 😉

Ich gestehe, ich habe eine Schwäche für Horrorfilme; und besonders für die alten. Man sieht ihnen das geringe Budget an, ebenso aber auch den Spaß, den alle Beteiligten beim Dreh hatten. Für “ernsthafte” Cineasten vielleicht nicht unbedingt der Heilige Gral; aber einen unterhaltsamen Filmabend – bestenfalls mit reichlich Dosenbier … – kann man damit gut gestalten.

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