Spike Jonze hat es geschafft. Von fantastischen Musikvideos zu einzigartigen Filmen. Nach surreal obskuren Dramödien wie Being John Malkovich oder Adaption hat er sich jetzt an einen Kinderbuchklassiker gewagt, den man eigentlich für unverfilmbar halten könnte.

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Wo die wilden Kerle wohnen (zu engl. Where the Wild Things Are) ist eine Geschichte, in der es um Mut, das Erwachsenwerden und viele Monster geht.
Der Film ist derartig bildgewaltig, dass man sich jede zweite Bildeinstellung als Poster hin hängen könnte, die wilden Kerle sind tatsächliche Schauspieler in riesigen Anzügen, bei denen nur die Gesichter animiert wurden, was den Kreaturen sehr viel Realismus einhaucht.
Mit einem Indiemusik-inspiriertem Soundtrack (u.A. von Karen O, Sängerin der Yeah Yeah Yeahs geschrieben) erhält der Film eine weitere Komponente, die das Erlebnis sicherlich gleichwohl für Kinder als auch Erwachsene attraktiv macht.
Nachdem lange nichts genaues über das Schicksal des Filmes bekannt war (es kursiertem beispielsweise Gerüchte, dass er komplett neu gedreht werden sollte, weil man mit Jonzes Vision nicht überein kam), soll er jetzt im kommenden Herbst (22.10.2009) endlich die Leinwände schmücken.
Besonders angenehm ist die Besetzung des Jungen Max mit Max Records, der bis dato erst in zwei Filmen mitgespielt hat und dem märchenhaften Abenteuer daher ein frisches Gesicht bietet. Geht man davon aus, dass heutzutage alle Kinderrollen mit denselben 4 Jungschauspielern besetzt werden, ist es eine mutige, aber auch willkommene Entscheidung, einen Jungen zu besetzen, den man nicht schon mit einem Dutzend anderer Rollen verbindet, so das “Wo die wilden Kerle wohnen” zu dem unkonventionellem Kinderfilm werden kann, der er mit einem Namen wie Spike Jonze höchstwahrscheinlich auch wird.