Das deutsche Kino strampelt sich ab und scheint langsam aber sicher mit internationalen Produktionen zurück ins Rampenlicht zu gelangen. Mit dem neuen Vampirfilm soll anscheinend auch Hollywoods Aufmerksamkeit erregt werden.

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Lena (Karoline Herfurth) kommt mehr schlecht als recht mit kleinen Diebstählen in Berlin über die Runden. Als sie auf einer illegalen Party auf Louise stößt, offenbart sich ihr eine Welt, von der sie nie zu träumen gewagt hätte: Louise ist eine Vampirin und Kopf eines berüchtigten Trios an Blutsaugern. Ob Lena das Leben als bissige Femme Fatal steht? Denn neben Luxus und Glamour warten auch Mordlust und Gewissensbisse auf die 20-jährige.
Das Genre scheint mittlerweile etwas ausgeleiert, aber wenn man vom Musikvideo-glatten Look des Fantasy-Dramas ausgeht, scheint die deutsche Produktion des Hohlbein-Romans sehr viel kälter, aber auch gehaltvoller aus zu fallen, als so mancher Teenie-Film.
Mit Karoline Herfurth (“Das Parfüm”) in der Hauptrolle gibt es zudem eine ausdrucksstarke Protagonistin, die mit Nina Hoss und der hervorragenden Anna Fischer in bester Gesellschaft ist.
Wenn sich der Film nicht nur auf seinen Look versteift und die Stärken des deutschen Kinos ausspielt (Komplexe Storys, Subtilität und Mut zur Ruhe), dann könnte “Wir sind die Nacht” definitiv im internationalen Markt mitspielen können, ansonsten wird es wohl doch nur ein weiterer verlängerter Musikclip, so dass der Griff zu “So finster die Nacht” klüger wäre.

Ab dem 28.10. im Kino.

Regie: Dennis Gansel
Drehbuch: Dennis Gansel, Jan Berger, Wolfgang Hohlbein (Buch)
Darsteller: Karoline Herfurth, Anna Fischer, Nina Hoss, Max Riemelt
Musik: Heiko Maile