Das beeindruckende Drama basiert auf dem gleichnamigen Roman von Daniel Woodrell und stellt mit Jennifer Lawrence ein neues Schauspieltalent in den Mittelpunkt.

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Ree Dolly (Jennifer Lawrence) ist auf der Suche nach ihrem vermissten Vater, der zudem vom hiesigen Sheriff gesucht wird. Auf ihrer Reise ist sie auf die Hilfe der spröden Bewohner einer zerstreuten nordamerikanischen Siedlung angewiesen. Doch verlassen kann sich Ree Dolly nur auf sich selbst.
“Winter’s Bone” ist kühl gefilmt und wurde kühl gespielt, jede Interaktion Rees mit ihren Verwandten und Freunden ihres Vaters ist angespannt und droht jederzeit zu eskalieren. Der raue Charme, der vielerorts propagiert wird, löst sich in dem Drama in misstrauischer Aggression auf, mehr als einmal findet sich Ree in gewalttätigen Situationen wieder.
Um das Schauspiel dementsprechend realistisch zu gestalten, wurde Jennifer Lawrence während der Dreharbeiten nicht gerade geschont. Echte Kämpfe, echte Wanderungen und echte Wildtiere sorgten dafür, dass die Erschöpfung und Verbissenheit so unmittelbar wie möglich auf Film gebannt wurde.
Abgesehen davon schafft es Jennifer Lawrence, die lebensnotwendige Härte ihrer Rolle immer wieder mit kindlicher Unschuld zu durchleuchten, so dass man durchweg daran erinnert wird, dass es ein Kind ist, das nach seinem Vater sucht, das es ein Kind ist, das durch Drogen und Gewalt stolpert, um eine Art Familie aufrecht zu erhalten, die wohl das Einzige ist, was in so einer Umgebung zum Leben bleibt. Dafür wurde sie auch für den diesjährigen Oscar nominiert.
Ob sie nun gewinnt oder nicht, ist allerdings egal, denn der eigentliche Beweis ihres Talents ist keine Goldstatue, sondern dieser Film.

Ab dem 31.3.2011 im Kino.

Regie: Debra Granik
Drehbuch: Debra Granik, Anne Rosellini
Darsteller: Jennifer Lawrence, John Hawkes, Lauren Sweetser, Garret Dillahunt
Musik: Dickon Hinchcliff