Stellen Sie sich vor, die Autoren von “American Beauty” und “Donnie Darko” würden gemeinsam einen draufmachen, und dann, irgendwann gegen vier Uhr morgens, auf fleckigen Papierservietten ein gemeinsames Drehbuch entwerfen. Der resultierende Geniestreich dürfte Arie Posins Erstling “Chumscrubber” ähneln: Ein rabenschwarzer, boshafter Film über das Aufwachsen ganz normaler (?!) Jugendlicher in der ganz gewöhnlichen amerikanischen Vorstadthölle.

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Denn darum geht’s in “Chumscrubber”: Dean (Jamie Bell in einer tanzlosen Rolle) findet seinen besten Freund Troy erhängt auf. Auf den ersten Blick scheinen alle Beteiligten den Selbstmord gut verarbeiten zu können: Troys Mutter (Glenn Close) etwa ruft systematisch alle Nachbarn an und versichert ihnen, dass sie sie nicht für den Selbstmord ihres Sohnes verantwortlich macht. Deans Vater, erfolgreicher Autor populärpsychologischer Ratgeber, wittert in Troys Tod gar ein interessantes Thema. Troys Mitschülern dagegen – Dean inklusive – scheint der Unglücksfall regelrecht egal zu sein. Jedenfalls für ein paar Stunden: Denn dann treten allmählich die ersten Entzugserscheinungen auf: Troy versorgte nahezu alle Kinder der beschaulichen kleinen Vorstadt mit “Wohlfühlpillen” – und die fehlen jetzt …

Was den Auftakt bietet für eine Geschichte, in deren Verlauf die adrette Fassade der amerikanischen Vorstadt gründlich demontiert wird. Wer sich für die eingangs erwähnten Filme begeistern konnte – oder für den aktuell im Kino laufenden “Charlie Bartlett” -, der wird auch an “Chumscrubber” seine helle Freude haben.