Michelle Williams geht gerne einmal unter, denn mit Heath Ledger als Ex-Partner und einem Gesicht, das viel zu niedlich ist, um kantig zu wirken, unterschätzt man leicht, was für Talent in dieser Frau stecken.

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Zusammen mit ihrem Hund Lucy will Wendy ein neues Leben in Alaska starten, also macht sie sich mit ihrem klapprigen Auto und dem wenigen Besitz, den sie hat, auf ins Ungewisse. Bald muss sie jedoch fest stellen, dass Geldmangel, Isolation und auch ihre inneren Probleme nicht so einfach verschwinden.
Regisseurin Kelly Reichardt hat sich mit ihrem neusten Werk fest als Größe im amerikanischen Independentkino etabliert. Die Geschichte, die auf einer Kurzgeschichte von Jon Raymond basiert, wird durch die tristen und dennoch schönen Bildaufnahmen Alaskas unterstrichen, brilliert jedoch am Ende durch das ungefilterte Talent von Michelle Williams, die ihrer Rolle soviel Leben, Gefühl und Verzweiflung verleiht, dass es schwer ist, sich ein zu reden, es würde sich nur um Fiktion handeln.
Dabei wird vor allem klar, wie unlogisch und unmenschlich das bürokratische System mit denjenigen umgeht, die es eigentlich beschützen soll.
Ohne wirklich jemals schuldig zu werden, gerät Lucy in den sinnlosen Kreislauf aus Arbeitslosig- und Obdachlosigkeit, aus dem es kein Entrinnen gibt.
Einzig Lucy gibt ihr uneingeschränkten Halt.
Für Freunde des etwas ruhigeren, jedoch emotional anspruchsvollen Kinos ist “Wendy und Lucy” sicher einer der besten Filme des Jahres, der nicht umsonst von unzähligen amerikanischen Kritikern als Lieblingsfilm des Jahres 2008 bezeichnet wurde. Gut, dass er es endlich auch in die deutschen Kinos geschafft hat und ab dem 22.10. erlebt werden kann.