Weißer HaiNicht alle Tiere laden zum Streicheln ein – seit jeher hält Mutter Natur für den Menschen einige tödliche Biester bereit, die nur darauf warten, Albträume wahr werden zu lassen. Auch Hollywood lässt sich von den Urängsten des Menschen vor Spinnen, Haien oder Schlangen inspirieren und schuf mit dem Tierhorror ein eigenes Filmgenre.




Tödliche Gefahr aus dem Wasser

Steven Spielbergs „Jaws“ (deutscher Titel: „Der Weiße Hai“) aus dem Jahr 1975 ist eine der ganz großen Filme im Bereich des Horror-Kinos geworden und entfachte bei vielen Menschen erst die panische Angst vor Haien. Der Film mit Roy Scheider und Richard Dreyfuss in den Hauptrollen profitierte nicht nur von dem zumeist im Film unsichtbaren Killer, sondern auch von der eingängigen, minimalistischen Filmmusik von John Williams, die weltbekannt wurde. Dabei lebt „Jaws“ weniger von blankem Effekthorror, als vielmehr von der subtilen Spannung und der nervenaufreibenden Wartezeit auf den schon lange im Voraus von der Musik angekündigten Weißen Hai.

Der große Erfolg des Films führte zu drei Fortsetzungen, die jedoch sowohl qualitativ als auch aus kommerzieller Sicht nicht an den Erfolg des Originals anknüpfen konnten. Es folgten andere Filme mit thematischen Anknüpfungen, wie zum Beispiel „Shark Attack“, die Trash-Reihe rund um den gigantischen „Mega Shark“, und „Sharknado – Genug gesagt!“.
Die Sci-Fi-Channel-Eigenproduktion „Sharknado – Genug gesagt!“ lässt einen Hurricane in Los Angeles wüten, der sich zuvor über dem Pazifik mit Haien füllte. Der daraus resultierende „Sharknado“ vereint die Gefahren eines Tropensturms mit den bissigen, auf 200 km/h beschleunigten Haien.

Was kreucht und fleucht

Auch Schlangen flößen den meisten Kinogängern Furcht ein – vor allem, wenn sie so gigantische Ausmaße haben wie die Anakonda, der sich Jennifer Lopez im Film „Anaconda“ bei einer Reise durch den Amazonas stellen muss. Deutlich kleiner, dafür zahlreicher, sind die Schlangen in „Snakes on a Plane“ aus dem Jahr 2006: Während ein Drogenbaron zu seiner Verhandlung gebracht werden soll, gelingt es dem Schurken, Giftschlangen an Bord seines Flugzeuges zu schmuggeln. Zum Glück kämpft Samuel L. Jackson als FBI-Agent für das Leben der Passagiere.

Dass Tierhorror auch deutlich subtiler sein kann, zeigte etwa David Cronenbergs „Die Fliege“, in dem ein Wissenschaftler sein Genmaterial versehentlich mit dem einer Fliege kreuzt. Und auch Tiere und klassischer Horror schließen sich nicht aus, wie etwa Stephen Kings Verfilmung vom „Friedhof der Kuscheltiere“ zeigt.

Es gibt kaum ein Tier, das es noch nicht auf die Leinwand geschafft hat. Der große Urvater des Tierhorrors bleibt dennoch „Der weiße Hai“ – Der Klassiker von Steven Spielberg stellte die Regeln für ein ganzes Genre auf und legte die Messlatte hoch. Die Fantasie sollte man als Tierhorror-Fan nicht allzu sehr beflügeln lassen, so bleibt man auch von nächtlichen Alpträumen verschont.

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