Hildegard von Bilgen war eine Frau mit einer bewegenden Geschichte. Als Benediktinerin setzte sie sich gegen ihre Glaubensbrüder durch und folgte ihren Visionen zu einer neuen Bedeutung der Rolle von Frauen in der kirchlichen Gemeinschaft des Mittelalters. Die weltoffene Mystikerin und Heilerin war für ihre Zeit eine moderne und kämpferische Frau, die zu Porträtieren hat sich Margarethe von Trotta zur Aufgabe gemacht und bravourös gemeistert.

Im alter von Acht Jahren wird die aus einer adligen Familie stammende Hildegard von Bingen in das Benediktinerkloster Disibodenberg ausgenommen. Hier kommt sie unter die Obhut von Jutta von Sponheim, welche ihre musikalische Begabung erkennt und fördert. Auch in der Heilkunde zeigt die junge Ordensschwester viel Geschick.

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Die Jahre vergehen und Hildegard wird zu einer bedeutenden Heilerin. Als erwachsene Frau gesteht sie ein, dass sie von Zeit zu Zeit Visionen hat – göttliche Visionen. Die Kirchenoberen sind entsetzt und beschimpfen sie als Ketzerin. Doch Hildegard lässt sich nicht beirren und setzt ihren Weg selbstbewusst fort.

Vision – Hildegard von Bingen auf der Leinwand

Das biografische Werk über die Seherin entwickelt Autorin und Regisseurin Margarethe von Trotta vollkommen geradlinig. Der Film erzählt dennoch eine spannende Geschichte von der Kindheit Hildegard von Bingens bis hin zu ihrem späteren Amt als Äbtissin im Frauenkloster Rupertsberg.

Wie auch in ihren filmischen Portäts über Rosa Luxemburg und Gudrun Ensslin zeigt von Trotta das Leben einer starken frau. Ihre Heldinnen stehen im Widerspruch zu ihrer Zeit, sie sind energisch und durchsetzungsfähig, selbstbestimmt und mutig. Wie Hildegard, die nach dem Tod der Mentorin dem Mönch Volmar, gespielt von Heino Ferch, gesteht, dass sie seit früher Kindheit Visionen hat und Nachrichten von Gott empfängt. Doch damit nimmt das Drama seinen Lauf.