Nach “Juno” macht sich Jason Reitman an sein neues Werk und sammelt dabei glänzende Kritiken ein.

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Ryan Bingham (George Clooney) lebt in Flugzeugen. Als Mitarbeiter einer Firma, die für andere Firmen das Feuern ihrer Angestellten übernimmt, reist er quer durch Amerika um die undankbare Aufgabe zu übernehmen, den Menschen ihr sicheres Einkommen zu nehmen. Ryan liebt dieses Leben und die Freiheit, die auch mit der Bekanntschaft von Alex (Vera Farmiga) keinen Abbruch findet.
Als Natalie Keener (Anna Kendrick) vorschlägt, diese Aufgabe von nun an per Internetstream zu erledigen, nimmt Ryan sie auf eine seiner Reisen mit, um sie davon zu überzeugen, dass der Umgang mit Menschen sehr viel komplexer als eine simple Internetverbindung und eine Abfindung ist.
Ganze 6 Jahre brauchte Reitman, um den Roman von Walter Kirn in ein Drehbuch um zu schreiben, das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Neben den ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen der drei Hauptdarsteller sind vor allem die Darstellungen der unzähligen Angestellten beeindruckend, die auf ihre Entlassung reagieren.
Visuell nimmt sich “Up in the air” viel Zeit, das Leben Ryans in der Luft und auf Erden nach zu zeichnen, für Ungeduldige manchmal vielleicht etwas zu viel Zeit, aber gerade das Innehalten in Momenten lässt das Jetsetleben in all seinen Wartezeiten und austauschbaren Hotels bildhaft werden.
Der Soundtrack ist eine liebevoll zusammen gestellte Sammlung aus Songwritern aller Jahrzehnte und zurückhaltenden komponierten Stücken. Reitman war selbst für die Songliste zuständig und beweist ein Gespür für unaufdringliche Untermalung, die in bestimmten Szenen eindringlich nahe geht, bis zu dem Punkt an dem sie abrupt abgestellt wird, um für einige Sekunden nur das Rauschen der Luft in tausenden Metern Höhe zu hören.
Ab dem 4.2.2010 kann man nicht nur, sondern sollte man sich diesen wundervollen Film ansehen.

Regie: Jason Reitman
Drehbuch: Sheldon Turner, Jason Reitman
Darsteller: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick
Musik: Rolfe Kent, Randall Poster, Rick Clark