Die Metalszene – obwohl eine der wohl stärksten Musikszenen in der Popkultur – ist immer noch ein rotes Tuch für Medien und Konservative, die gerne verantwortlich für das Übel jugendlicher Gewaltakte gemacht wird. Die Dokumentation will Aufschluss über die Hintergründe der kontroversen Black Metal Szene in Norwegen geben.

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In den frühen 90er Jahren entstanden aus dem normalen Metalgenre eine Reihe Subgenres, die schnell ein Eigenleben entwickelten. In Norwegen kam es soweit, dass Black Metal Gruppen mehr und mehr mit Gewalttaten, Brandstiftung an Kirchen und dementsprechend Satanismus in Verbindung gebracht und somit von den Medien bis heute als jugendgefährdend stigmatisiert wurden. Aaron Aites und Audrey Ewell wollen mit ihrer Dokumentation „Until the light takes us“ einen Blick auf die Szene, die Geschehnisse der damaligen Zeit und den persönlich damit verbundenen Schicksalen geben.
Leider verlassen sich die Filmmacher zu sehr auf ihre Hauptakteure und Interviewpartner; Gylve Nagell, Drummer der Band Darkthrone, sowie Varg Vikerens von Mayhem, der wegen Mord im Gefängnis saß und in den frühen 90ern für seine rechtsextremen Ansichten populär war. Beide Musiker werden zwar akribisch befragt und antworten ähnlich ausschweifend, werden aber mit Samthandschuhen angefasst, so dass wirklich kritische Fragen kaum Platz haben und daher auch keine echten Hintergründe für Vorurteile und Mord geben können, da Gylve und Varg lieber Amerika und die Popkultur für ihre Taten verantwortlich machen, als sich selbst.
Zudem ist der Mangel an weiteren Interviewpartnern und einem ordentlichen Soundtrack nicht gerade hilfreich, um „Until the light takes us“ etwas fließender zu gestalten, so dass das Endprodukt sehr roh und zäh vor sich hin läuft, ohne dass man wirklich etwas über die Kultur und Geschichte des norwegischen Deathmetal erfährt und damit auch die Zusammenhänge zwischen der Musik und den Gewalttaten nicht erschließen kann.
Für Genrefans sicherlich dennoch sehenswert, alle anderen können aber ruhigen Gewissens zuhause bleiben.

Ab dem 12.8. im Kino.

Comment List

  • test 28 / 08 / 2010

    und wiedermal eine hirmlose kritik

  • Juliane 29 / 08 / 2010

    Ob die Kritk ein Hirn hat, kann ich leider nicht sagen, aber ich kann rein biologisch sicher sein, dass ich eines habe. Übrigens würde der Kommentar produktiver sein, wenn ich wüsste, was an der Rezension so ‘hirnlos’ ist.

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