Filme, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen sind in inzwischen Legion. Geschichten über den aktiven Widerstand der jüdischen Bevölkerung gegen die Besatzungstruppen der Nazis finden sich hingegen selten in den Archiven Hollywoods.

Am 23. April startet mit Unbeugsam – Defiance eine dieser seltenen Ausnahmen in den deutschen Kinos. Und diese Geschichte ist tatsächlich noch nie oder nur sehr selten erzählt worden, und dass, obwohl sie wahr ist.

Der Film handelt von den drei Bielski-Brüdern, die 1941 in Polen vor den Besatzungstruppen der Nazis in die Wälder fliehen und eine Partisanengruppe gründen. Schnell wird aus der Widerstandszelle eine Zuflucht für die wenigen Überlebenden des Nazi-Terrors unter der jüdischen Bevölkerung Polens.

Die Bielski-Brüder selber haben ihre Taten nie an die Öffentlichkeit getragen

Weder Tuvia (Daniel Craig) noch Zus (Liev Schreiber) oder Asael (Jamie Bell) haben sich Zeit ihres Lebens mit ihren Taten während er dunkelsten Jahre des 20. Jahrhunderts gerühmt. Dies mag man als wahre Größe anerkennen. Und doch war es längst überfällig, diese Geschichte zu erzählen.

Als sich die drei Brüder nun nach der Zerstörung ihres Dorfes in den Wald flüchten, schließen sich ihnen nicht nur weitere Partisanen an, es treffen auch bald jüdische Flüchtlinge Schutz suchend aus den nahen Ortschaften ein.

Bald geraten darüber die beiden ältesten Brüder aneinander. Zus sieht ihr Ziel allein in dem Kampf gegen die Besatzungstruppen, während Tuvia den größten Widerstand darin sieht, das Überleben der Flüchtlinge zu sichern.

Doch schnell wird klar, dass keiner von ihnen ohne den anderen auskommt. Das Überleben in dem vom gnadenlosen Frost und Krieg geprägten Wäldern stellt die junge Gemeinschaft vor große Herausforderungen.

Dem Film von Regisseur Edward Zwick gelingt es beinahe, ohne das ständige „Zelebrieren“ des nationalsozialistischen Massenmordes in Polen auszukommen. Leichte Andeutungen und flüchtige Szenen genügen, um zusammen mit der kargen und unbeugsamen Natur der Geschichte ein authentisches Bild zu geben. Was wie eindimensionale Symbolik daherkommt, wird später schon im anderen Kontext zum Kontrast, der ein anderes Licht auf den vermeintlichen Pathos wirft.

Unbeugsam – Defiance zeigt aber auch typische Hollywoodschwächen

Leider verliert der Film zum Ende hin etwas von diesem Genie. Der Partisanenkampf ertrinkt irgendwann dann doch im  Pathos Hollywoods und das Finale hält der Komplexität der Geschichte einfach nicht stand.

Und dennoch ist dieser Streifen, gemessen an anderen Pathosschlachten der letzten Jahre, außergewöhnlich und einen Kinobesuch allemal wert.