Tränen lügen nicht: die schönsten Kino- und TV-Dramen mit Veronica Ferres Veronica Ferres zählt, neben Katja Riemann und Martina Gedeck, zu den profiliertesten Film- und Fernsehschauspielerinnen ihrer Generation in Deutschland. Sie wirkt in mehr als zwanzig Kinoproduktionen und über 40 Fernsehfilmen mit. Veronica Ferres erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise für künstlerische Tätigkeit, so den Adolf Grimme Preis, die Goldene Kamera und den Bayerischen Filmpreis.

Eine geballte Portion Erotik

Veronica Ferres wurde in Solingen als Tochter eines Kohlen- und Kartoffelhändlers geboren. Nach dem Abitur studierte sie in München Germanistik und Theaterwissenschaften. Nebenbei nahm sie privaten Schauspielunterricht. Nach mehreren kleineren Theaterengagements erhielt sie 1992 die Rolle der “Dorli” in Edgar Reitz monumentalen Filmepos “Die zweite Heimat”. Darin verkörpert sie ein erotisches, naives Mädchen aus der Provinz. Dieses Rollenprofil sollte für die nächsten Jahre für Veronica Ferres bestimmend sein. Ihren Durchbruch auch beim breiten Kinopublikum erreichte sie mit der Verfilmung von Hera Linds Bestseller “Das Superweib”. Höhepunkt in dieser Entwicklung ist sicherlich Helmut Dietls Filmkomödie “Rossini- oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief”. Hierin verkörpert Veronica Ferres den personifizierten erotischen Männertraum “Schneewittchen” mit selbstironischer Eleganz. Mit Regisseur Dietl war die Ferres auch längere Zeit liiert, doch inzwischen ist sie längst mit dem Finanz-Unternehmer Carsten Maschmeyer verlobt, den sie auch heiraten wird, sobald ihre Karriere das zulässt.

Wechsel ins Charakterfach

Im Jahr 2001 gelang Veronica Ferres mit der Rolle der “Nelly Mann” in Heinrich Breloers dreiteiligen Fernsehfilm “Die Manns- ein Jahrhundertroman” der Wechsel ins Charakterfach. Ihre Darstellung der Ehefrau von Heinrich Mann, die an der Ignoranz der Familie Mann zerbricht und schließlich Selbstmord begeht, brachten ihr mehrere Auszeichnungen ein. Veronica Ferres wendet sich in der Folge verstärkt historischen Stoffen zu. Meist stellt sie Frauen dar, die sich den politischen Widrigkeiten der Zeit stellen und schließlich ihren eigen Weg finden müssen. In “Annas Heimkehr” (2003) spielt sie ein katholisches Dienstmädchen, dass ein jüdisches Mädchen vor der Deportation rettet, in dem sie es für ihr eigenes, uneheliches Kind ausgibt. In “Neger, Neger, Schornsteinfeger” (2006) verkörpert sie eine alleinerziehende Mutter eines dunkelhäutigen Jungen. In den zweiteiligen Fernsehfilm “Die Frau vom Checkpoint Charlie” (2007) ist sie eine Westberliner Frau, die um ihre beiden Töchter kämpft, die in der DDR festgehalten werden. Alle Filme beruhen auf historischen Tatsachen.

Es gibt auch Kritik

Von den Kritikern wurde Ferres wegen ihrer angeblichen Einseitigkeit der Rollenauswahl häufig angegriffen. Gerade dagegen steht ihre sehr differenzierte Darstellung dieser Rollen. Ihrer allgemeinen Popularität können solche Kritiken nichts anhaben.

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