Auf den Postern wird geklotzt “Die Rolle seines Lebens”, so ein obskures Zitat, als würde es sich hierbei um Philip Seymour Hoffman als Capote oder Robert de Niro als Travis Bickle handeln.

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Stattdessen ist auch “Kokowääh” das, was Schweiger seit gefühlten 10 Jahren macht – durchschnittliches Wohlfühlkino ohne Charisma, das nur deshalb so populär in Deutschland ist, weil gut finanzierte Kinofilme hierzulande selten sind und die glitzernde Welt des großen Budgets nun einmal nicht so sehr die Augen anstrengt, wie ein griseliges Independent Drama. Die werden stattdessen in die Sonntag Nacht auf ARD verbannt.

Was aber an dem Erfolg Schweigers wirklich ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass er eigentlich nur Asbach uralte Filmplots aus Hollywood klaut, abstaubt und auf Deutsch trimmt. Mit sich in der Hauptrolle natürlich.

Kurz zum Inhalt:
Drehbuchautor Henry ist ein wahrer Lebemann, keine Beziehung, die länger als drei Tage geht und auch beruflich sieht es eher mau aus. Die große Chance kommt bei einer plötzlichen Zusammenarbeit mit seiner Ex (die er ganz sicher noch ganz doll lieb hat), die in einem Blockbuster resultieren soll. Aber oh nein, was ist denn das? Da steht doch eines Tages tatsächlich ein junges Mädchen vor seiner Tür und behauptet, seine Tochter zu sein. Was nun, Henry?

“Kokowääh”? Stattdessen wohl eher “Drei Männer und ein Baby”, das auch noch ohne Tom Selleck oder Ted Danson, ergo – komplett wertlos. Selbst Adam Sandler hat das Thema bereits ausgereizt, danach hätte sich höchstens noch Francis Ford Coppola an diesen Plot heran trauen dürfen, ohne sich zu blamieren.

Zugegeben, die Qualität der Produktionen dieses merkwürdigen Schweiger-Phänomens ist gut und die Drehbücher sind – wenn auch völlig hervorsehbar, abgepaust und uninspiriert – nicht das Schlechteste, was das deutsche Kino zu bieten hat, aber man muss sich doch über unser Kino wundern, wenn so ein Durchschnitt derart viel Erfolg hat.
Immerhin gibt es sie doch, die guten Filme, die cleveren Filme, die innovativen Filme. Nur eben nicht im Kino, sondern spät nachts an einem Sonntag auf ARD.