Für die einen ist der neue Carpenter ein Beweis, dass der Altmeister an Horror nichts eingebüsst hat, andere sehen das etwas anders.

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Wir schreiben die 60er, nachdem sie ein Haus abgefackelt hat, landet Kristen in einer psychiatrischen Anstalt, die mit Dr. Stringer (Jared Harris aus Mad Men) anscheinend einen fortschrittlichen Psychiater als Leiter hat, der unübliche Methoden anwendet, um den Mädchen zu helfen. Doch schnell merkt Kristen, das etwas nicht stimmt, denn die anderen Patienten hüten ein Geheimnis, das sie des nachts einholt.

Es ist erstaunlich, wie wenig gute Horrorfilme es gibt, die in einer Psychiatrie spielen, geht man davon aus, dass das Setting von Grund auf verstörend ist. Carpenters neustes Werk ist leider eine Ansammlung an Klischees, die man im besten Fall als ironisches Augenzwinkern zu 60er Jahre-Psychohorror sehen kann, im schlimmsten Fall als Zugeständnis, dass es eben nicht so einfach ist, eine eigenständige Story zu ersinnen, wenn der Markt so überflutet ist.
Dass die schauspielerischen Leistungen auch eher mittelmäßig sind – was nicht zuletzt an Schablonen-Charakteren liegt, denen man auch mit viel Talent wenig Leben einhauchen kann – hilft The Ward nicht gerade, an Momentum zu gewinnen, geschweige denn den Zuschauer dazu zu bringen, in die Story und das Schicksal von Kristen zu investieren. Allerdings sollte man nicht Carpenter allein die Schuld geben, sondern vor allem Michael und Shawn Rasmussen, die für das uninspirierte Drehbuch verantwortlich waren.
Das große Manko des Filmes – abgesehen von Originalität und guten Charakteren – ist definitiv der Mangel an Selbsthumor, der dem Abklatsch diverser Horrorfilme nur allzu gut getan hätte und eventuell im Raimi Stil geholfen hätte, den Altmeister des Horrors zurück ins Kinogeschäft zu holen. Schade ist es vor allem, weil er unlängst mit seinen Masters of Horror Beiträgen gezeigt hat, dass er es noch kann, das Gruseln. Leider nicht in diesem Fall.

Ab dem 29.9.2011 im Kino.

Regie: John Carpenter
Drehbuch: Michael Rasmussen, Shawn Rasmussen
Darsteller: Amber Heard, Danielle Panabaker, Mika Boorem, Jared Harris
Musik: Mark Kilian