Der norwegische Horrorfilm ist originell, witzig und mit wenigen Mitteln so effektiv, wie nur wenige der High Budget Filme aus Hollywood.

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Ein Kamerateam aus Filmstudenten geht einem illegalen Bärenjäger in den norwegischen Wäldern nach, als sie ihm heimlich folgen, finden sie schnell heraus, dass er etwas ganz anderes als Bären jagt und dass die Geschichten aus der Kindheit wahr sind, nur weniger märchenhaft, als geglaubt.
Bevor man sich ins Kino begibt, hilft es vielleicht zu wissen, dass ca. 90% der Schauspieler aus norwegischen Comedians bestehen, denn dann erschließt sich The Troll Hunter als humorvolles, aber sehr wohl gruseliges Loblied an die alten Troll Märchen und die derzeitig so beliebten Wackelkamera-Horrorfilme a la Rec oder The Last Exorcism. Abgesehen von den überzeugenden Darstellungen der Charaktere macht es besonders Spaß, wie Øvredal die alten Sagen der Neuzeit entsprechend uminterpretiert hat, so sorgt beispielsweise ein genetischer Defekt dafür, dass die Trolle kein Calcium verarbeiten können und daher auch zu Stein werden, sobald sie mit Sonnenlicht in Berührung kommen.
Auch wenn es so einige Lacher gibt (nicht zuletzt, weil die Animation der Trolle 1:1 den alten Büchern und Zeichnungen übernommen wurde und daher mit ihren Knollennasen teilweise stark verniedlicht aussieht), gelingt es The Troll Hunter sehr wohl, mehr als einmal zu erschrecken und auch ein gewisses Gefühl der Unbehaglichkeit hervor zu rufen, so dass es sich hierbei nicht ausschließlich um eine Komödie handelt. So mancher Kinogänger wird wahrscheinlich auch gar nicht mitkriegen, dass er hier komödiantische Elemente mit geliefert bekommt.

Der Horrorfilm der Norweger beweist wieder einmal, dass die Jungs und Mädels im hohen Norden nicht nur Humor, sondern auch Einfallskraft haben und mit wenigen Mitteln die Hollywood Produktionen in den Schatten stellen können. Mehr davon, bitte.

Ab dem 7.4.2011 im Kino.

Regie und Drehbuch: André Øvredal
Darsteller: Otto Jespersen, Hans Morten Hansen, Tomas Alf Larsen, Johanna MØrck