War da was?

Alle sind Sünder, ausnahmslos: Billy Bob Thornton, die Erste.

Gerechtigkeit gibt’s nicht. Und wenn der apathische, kettenrauchende Friseur (Billy Bob Thornton) die erstbeste Gelegenheit ergreift, um seinem trostlosen Dasein zu entfliehen, dann steht am Ende unweigerlich der Tod. Die Coen-Brüder haben schon mit ihrem Debüt “Blood Simple” (1984) bewiesen, dass sie brillante Krimis in Noir-Tradition inszenieren können. “The Man who wasn’t there” ist klassisches amerikanisches Erzählkino der 40er-Jahre, manche Stellen könnten von John Ford sein, andere von Huston oder Hitchcock. In brillantem Schwarz-Weiß, das zunehmend düsterer wird, verfolgt der Film seine tragischen Charakter, und wäre da nicht Thorntons lakonischer Kommentar aus dem Off, die Inszenierung würde zuweilen an eine Versuchsanordnung erinnern: Man nehme einen Haufen kaputter Charaktere, zu gleichen Teilen Geld und Sex, und ein paar Stücke von Beethoven. Was dabei rauskommt? Einer der besten Filme der letzten Jahre. Wer sich für die Romane von Jim Thompson oder Dashiell Hammett begeistern kann, wird “The Man who wasn’t there” lieben.

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