“Die Nacht war schwarz wie eine Wagenladung Arschlöcher.”

Dieser Satz – er wurde in einem Aufsatz über Hard-boiled-Geschichten als besonders bizarre Stilblüte zitiert – fasst das Genre brillant zusammen: Schwarz, bitter, lakonisch. (Bitter & lakonisch ist auch meine Quellenangabe – ich hab’ vergessen, woher er stammt.)

The Maltese Falcon” war schon die dritte Verfilmung des 1930 erschienen Romans von Dashiell Hammett. Die Geschichte kommt mit einer Handvoll undurchsichtiger Figuren aus; im Zentrum steht der Privatdetektiv Sam Spade (Humphrey Bogart). Spade betreibt mit seinem Partner Archer ein kleines Detektivbüro. Eines Tages kreuzt die hübsche Miss Wonderly auf. Für 200$ beauftragt sie die Detektive, den Liebhaber ihrer Schwester zu beschatten. Archer übernimmt die Aufgabe – und ist in derselben Nacht tot. Spade gönnt sich daraufhin erstmal einen Drink; sodann macht er sich auf, den Tod seines Partners aufzuklären. Vorher beendet er noch schnell die Beziehung zu dessen Frau – die könnte der Polizei doch sehr verdächtig erscheinen – und lässt den Schriftzug auf der Bürotür von “Spade & Archer” in “Sam Spade” ändern.

Früher hätte man die Auflösung ruhig verraten können, weil jeder den “Malteser Falken” gelesen hatte; heute lässt man’s besser sein – sowohl Hammett, als auch die Filme des kongenialen John Huston, harren ihrer Wiederentdeckung. “The Maltese Falcon” brachte für Humphrey Bogart, der bis dahin auf Bösewichte abonniert war, den Durchbruch. Seine Darstellung Spades ist bis heute unübertroffen. Ein Jahr später, mit “Casablanca”, sollte Bogart den Typus des zynischen, aber moralisch integren Helden perfektionieren. Neben Bogarts lässigem Spiel zeichnet sich die Neuverfilmung des Stoffes durch eine Werktreue aus, die vorige Adaptionen nicht gerade aufwiesen: Huston übernimmt praktisch alle Dialoge wortwörtlich aus dem Buch. Die Wortwechsel sind schnell und pointiert; in manchen Szenen werfen sich die Darsteller die Bälle nur so zu. Dass dies möglich war, ist der knappen, spröden Sprache Hammetts (den manch Einer für den besseren Hemingway hielt) zu verdanken. Seinen größten Erfolg feierte der Schriftsteller übrigens nicht mit dem “Malteser Falken”, sondern mit dem “Dünnen Mann”, der ebenfalls sehr erfolgreich verfilmt wurde.

Ich habe den Film gerade, nach rund zehn Jahren, wieder gesehen; keine Ahnung, wie das passieren konnte. Jetzt wird er gekauft. Cooleres Kino gibt’s nicht.

PS. – Wer wissen möchte, wie Trailer anno 1941 aussahen, erfährt das hier.