Es wird wohl so einige „Twilight“-Fans geben, die sich um diesen Film reißen werden, denn Hauptdarsteller Xavier Samuel ist im dritten Teil der Vampir-Saga zugegen, glänzt in diesem australischen Horrorfilm aber weniger durch mondänes Aussehen, sondern eher durch gutes Schauspiel.

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Kurz vor dem jährlichen Schulball wird Halbwaise Brent von Lola (hervorragend: Robin McLeavy) gefragt, ob er mit ihr zum Tanz gehen möchte. Brent verneint, da er eine Freundin hat und Lola zieht enttäuscht ab. Als er kurze Zeit später auf einem anliegenden Berg Ruhe sucht, wird er rücklings überfallen und entführt. Lola hat anscheinend nicht vor, auf den Ball oder auf Brent zu verzichten.

So gut wie jedes Klischee des Highschool-Horrorfilms wird bedient, kiffende Teenager, Brüste und natürlich der Schulball versammeln sich, um sich so sehr zu überspitzen, dass dem „Twilight“-Fan die Kinnlade herunter klappt.

„The Loved Ones“ ist bitter, witzig und so blutrünstig, dass man sich wundern muss, warum Tarantino nichts mit dem Film zu tun hat. Gerade, weil man weniger erwartet, entwickelt sich der Film zu einem grandiosen Schlachtfest, dass bis zur letzten Minute nicht nachlässt.

Besonders Xavier und Robin spielen perfekt, während Robin überkratzt und zickig den Wahnsinn darstellt, zeigt sich Xavier als fast zu realistisches Opfer und verzichtet damit auf diverse Schauspielklischees, die man von einem Schönling wie ihm erwarten würde.

Als Zuschauer weiß man nie genau, woran man ist, denn zwischen den euphorischen Horroszenen finden sich auch immer wieder Einblicke in das Teenagerleben, die – so kurz sie auch sind – eine keineswegs arrogante und selbstsichere Jugend porträtieren und damit sogar berühren, auch wenn man im Anschluss sofort wieder ein paar Liter Blut untergejubelt bekommt.

Noch steht zwar kein deutscher Kinostart fest, aber bei der Freude, die „The Loved Ones“ schon jetzt bei den Kritikern hervor gerufen hat, ist es sicherlich nur noch eine Frage der Zeit.

Regie: Sean Byrne

Drehbuch: Sean Byrne

Darsteller: Xavier Samuel, Robin McLeavy, John Brumpton