Neu ist das Konzept vielleicht nicht, aber die Wackelkamera-Produktion gruselt um einiges mehr, als die endlosen Remakes der letzten Jahre.

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Priester Cotton Marcus predigt schon seit er ein kleiner Junge war und verdient sich seinen Lebensunterhalt mitunter auch als Exorzist. Jedoch fehlt ihm schon lange der Glaube an das, was er tut, und um der Welt zu zeigen, dass Exorzismen nur darauf beruhen, Traumata und andere psychische Erkrankungen als Werk des Teufels ab zu stempeln, lässt er sich auf seinem letzten Exorzismus von einem Kamerateam begleiten.
In direkter Anlehnung an “Rec” und “Blair Witch Project” wird man von Anfang an mit wackeligen Kameras und eingeschränkter Sichtweise konfrontiert und auch die Story erfindet das Rad nicht neu.
Jedoch sind die Protagonisten äußerst realistisch gezeichnet, sowohl der Priester als auch die Familie, der er zu helfen gedenkt, sind überraschend ‘normal’ und so ist es einfach, sich mit ihnen zu identifizieren, zumal das Rätselraten, ob es sich hierbei nun um einen echten Fall von Dämonen handelt oder nicht, mit vielen unheimlichen Momenten einhergeht. Das liegt nicht zuletzt an einer fantastischen Leistung der Newcomerin Ashley Bell, die mit wenigen Mitteln für große Schrecken sorgt.
Alles in allem ist “The Last Exorcism” einer der gelungenen Horrorfilme dieses Jahres und wirft außerdem interessante Fragen zu den Praktiken der Kirche auf, die auch heute noch vom Papst unterstützt werden.
Einen Geniestreich wie “Rec” ist dem Regisseur Daniel Stamm zwar nicht gelungen, aber Horrorfans des subtilen Horrors werden trotzdem wohlige Schauer verspüren.

Ab dem 30.9.2010 im Kino

Regie: Daniel Stamm
Drehbuch: Huck Botko, Andrew Gurland
Darsteller: Patrick Fabian, Iris Bahr, Louis Herthum, Ashley Bell
Musik: Nathan Barr