Das Drama „The Kings Speech“ gewährt dem Zuschauer ungewöhnliche und schonungslose Einblicke in das Leben des zukünftigen britischen Königs George VI. Mit vier Oscars wurde der Film 2011 ausgezeichnet. Aber die größte Ehre wurde ihm mit dem Segen von Queen Elizabeth II zuteil.

Ein stotternder König hat auf den Brettern der Welt nichts zu suchen, da ist sich Albert, Herzog von York (Colin Firth) sicher. Seinem willkürlichen Stottern, dem Spott und dem Unverständnis von Bruder und Vater hilflos ausgeliefert, fristet der Zweitgeborene im Britannien 1925 ein Leben zwischen Wut und Resignation. Bis ihn seine Frau (gespielt von Helena Bonham Carter) zu einer Behandlung beim sonderbaren Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush) überredet. Nach einigen Streitereien und Machtkämpfen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft. Doch nach dem Tod des Vaters, Abdanken des Bruders und dem nahenden Weltkrieg braucht Britannien plötzlich einen König – mit einer starken Stimme.

The King’s Speech: Wahre Begebenheit als Fundament

Schon in den 50er Jahren plante der britische Regisseur David Seidler ein Drehbuch über King George VI. und seinen Sprachtherapeuten Lionel Logue. Doch aus Rücksicht auf die Witwe des Königs, Queen Elizabeth I. oder „Queen Mum“ wurde seine Fertigstellung vorübergehend auf Eis gelegt. 2005 beendete Seidler drei Jahre nach dem Tod der damaligen Queen seine Arbeit an dem Skript. Die Geschichte setzt sich aus historisch belegten Informationen aus Tagebüchern und Aussagen der Nachkommen Logues zusammen. Doch auch der Regisseur selbst ließ seine eigene Erfahrungen als Stotterer in das Drehbuch einfließen. Als Kind hatte er das gleiche Problem, wie seine Filmfigur und fand Trost in dessen Radioansprachen. Mit der Verfilmung gelang ihm ein Meisterwerk, für das er 2011 den Oscar für das Beste Drehbuch erhielt.

Zwischen Drama der Hilflosigkeit und Komödie

Von Minute zu Minute schärft sich der Blick des Zuschauers auf den zugeknöpften Stotterer. Die verzerrten Silben und die quälende Stille nach Alberts erster Sprechrolle in einer Rundfunkansprache offenbaren schonungslos die Hilflosigkeit des Charakters. Die Schuld für den Misserfolg gibt sich Seine Königliche Hoheit selbst. Nur gegenüber seiner Frau Elizabeth und dem Sprachtherapeuten Lionel Logue zeigt sich die tief schlummernde Wut und Fassungslosigkeit über die Sprachbarriere. Das meist in engen Gängen gedrehte Filmmaterial unterstützt diesen Eindruck. Eine ungewöhnliche Methode, die allerdings funktioniert. Nicht nur die Wörter, sondern auch das Lachen bleiben jedoch nur allzu oft im Hals stecken. Sowohl der König selbst, als auch der gescheiterte Schauspieler und Sprachtherapeut Logue haben hier eine ganz eigene Form von Selbstironie und Situationskomik, über die der Zuschauer lachen, aber auch weinen könnte.

[youtube AUNqE7ap4ZU]

Vier Oscars für das Drama

Insgesamt vier Oscars sahnte das Drama auf der Oscarverleihung 2011 ab. Drehbuchautor David Seidler und Regisseur Tom Hooper dürfen sich über die Auszeichnung in den Kategorien „Bester Film“, „Bestes Drehbuch“ und „Beste Regie“ freuen. Den vierten und für ihn ersten Oscar erhielt Colin Firth für seine überzeugende Darstellung des stotternden Königs. Insgesamt war der Film zwölfmal nominiert und erhielt auch auf weiteren Festspielen diverse Auszeichnungen. Queen Elizabeth II. zeigte sich “berührt” nach einer privaten Vorstellung und gab ihren Segen für seine Veröffentlichung.

Ein Historiendrama, das einen ungewöhnlichen Blick auf Buckingham zwischen Komik und Verzweiflung wirft. Einziges Manko sind die deutschen Synchronstimmen, die mit dem Charakter der englischsprachigen Variante nicht viel zu tun haben. Der Film lief in deutschen Kinos am 17. Februar 2011 an und ist auf DVD erhältlich.

Foto: Fotolia, 31567221, Perseomedusa

Comment List

Comments are closed.