Der zweite Weltkrieg ist lediglich die Kulisse dieses Dramas, das sich alsbald in eine Tragödie verwandelt.

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Sängerin Vera Phillips (Knightley) trifft in der Zeit des zweiten Weltkrieges ihre Jugendliebe Dylan Thomas (ein damals real lebender Dichter gespielt von Matthew Rhys) wieder und erneuert ihre Liebe zu ihm, auch wenn der mittlerweile mit Caitlin (Miller) verheiratet ist. Die beiden Frauen und Thomas fangen eine Art Dreierbeziehung an, bis Vera den Soldaten William Killick (Cillian Murphy) heiratet. Als dieser aus dem Krieg zurück kommt und seine Frau immer noch mit Caitlin und Thomas zusammen lebend findet, entbrennt seine Eifersucht.
Im Wahnsinn des Krieges gestaltet sich die Dreierbeziehung des Dichters und seiner zwei Frauen beinahe zynisch unbeeindruckt von der Gewalt und dem Einfluss auf die Menschen, so dass sich die Beziehung zwischen William und Vera sehr viel wärmer anfühlt, auch wenn Veras Herz scheinbar einem anderen gehört.
In wunderschönen Bildern und hervorragenden Schauspielleistungen ist “Edge of Love” vielleicht kein Kino Blockbuster – dafür nimmt er sich viel zu viel Zeit – berührt aber in der Mischung aus historisch akkuraten Ansätzen und der fiktiven Liebesgeschichte.
Das Skript, das von Knightleys Mutter verfasst wurde, ist mit den Werken von Dylan Thomas zu einem äußerst poetischen Werk geworden und zusammen mit einer geradezu artistischen Kameraführung manchmal vielleicht mehr für die Sinne, als für den Geist gedacht. Das ist wohl auch die einzige Schwäche, der Mangel an Gedankenanstössen, die magere Auseinandersetzung mit den Schrecken des Zweiten Weltkrieges.
Lohnen tut es sich allemal und deshalb sollte man sich alleine für die Schönheit der Bilder ab dem 23.7.2009 ins Kino begeben.