Wenn man ehrlich gesteht, sind Filme wie “Thor” oder “Captain America” wahrscheinlich nur clever gesetzte Support Acts, um das geplante Riesenfranchise der Avengers 2012 universell noch bekannter zu machen. Aber was weiß man bis jetzt von der Comicverfilmung, die einer Legende gleicht?

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Iron Man, Thor, Captain America, Hulk – sie alle haben schon im Marvel Universum die Kinoleinwand geschmückt, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Nun sollen sie endlich auch gemeinsam auf Abenteuerreise gehen, ganz so, wie es in den Comics auch getan wurde: um die Verkaufszahlen zu boosten.

Alles fängt an mit Nick Fury, unter Comicfans ein Held der ersten Stunde, für alle anderen vorerst nur dunkel bekannt aus Nebenrollen anderer Comicverfilmungen. Als eine unbekannte Macht das Ende der Welt herbei zu bringen droht, sieht der Anführer der berühmten S.H.I.E.L.D. Organisation keinen anderen Ausweg, als eine Gruppe an Superhelden zusammen zu stellen, die dem ultimativ Bösem entgegen treten können.

Wie unglaublich groß dieses Projekt angeleiert wurde, sieht man, sobald man die Namensliste durchgeht: Robert Downey Jr. als Iron Man, Chris Evans als Captain America, Chris Hemsworth als Thor und Samuel motherfucking L. Jackson als Nick Fury. Während Thor, Iron Man und Captain America sicherlich durch Filmverträge ihre alten Rollen behalten, wurde Hulk (in der guten Version von Edward Norton gespielt) von Mark Ruffalo übernommen. In diesem Rahmen gab es einige Verwirrungen und Auseinandersetzungen, da Edward Norton – willig, die Rolle zu übernehmen – bis 2010 hingehalten wurde, bis ihm gesagt wurde, dass er die Rolle nicht kriegen würde, da er anscheinend nicht flexibel und teamfähig genug war, so die offizielle Aussage von Marvel. Die inoffiziellen Gründe haben wohl eher damit zu tun, dass Ruffalos Gage bei weitem nicht so groß wäre, wie Nortons und das die ohnehin schon hohen Kosten irgendwie gedrückt werden mussten. Ob Ruffalo den so gut heraus gearbeiteten Charakter von Norton noch eine neue Ebene verschaffen kann? Es bleibt zu hoffen.

Filmfreaks dürfte es jedoch erst dann in den Füßen kribbeln, wenn sie hören, dass kein Geringerer als Lou Ferrigno den mutierten Hulk sprechen wird (nun ja, kribbeln kann es demnach nur dann, wenn man ohne deutsche Synchronisation guckt). Denn Ferrigno war auch in der klassischen Hulk-Fernsehserie das wütende Pendant zum entspannten Bruce Banner. Nicht zu vergessen wäre auch Jeremy Renner (“The Town”) als Hawkeye, einer der wenigen Charaktere, die man nicht aus den bisherigen Marvel Filmen kennt, es sei denn, man hat bei “Thor” ganz genau aufgepasst.
Damit es auch ein wenig sexy Action von den Frauen aus gibt, hat sich Scarlett Johansson als Natasha Romanoff (einer S.H.I.E.L.D. Agentin) eingefunden, sowie Cobie “HIMYM Robin” Smulders als weitere Agentin, die eng mit Nick Fury zusammen arbeitet. Smulders war wohl auch eine Traumbesetzung, da Drehbuchschreiber Joss Whedon (der Einzigartige) sie bereits für eine geplante, aber niemals durchgeführte Wonder Woman Verfilmung im Hinterkopf hatte, mit The Avengers und einem Vertrag über 9 (!!!) Filme dürfte sie jedoch als Maria Hill vorerst genug zu tun haben. [youtube NC2eTViZQjk]

Zu den Bösewichten, bzw. der geplanten Übermacht wurde noch nicht viel verlautet, auch wenn Loki (gespielt von Tom Hiddleston) mit dabei ist, wird er wohl kaum der Haupt-Antagonist des Filmes sein, dahingehend halten sich die Macher also wohlweislich bedeckt, kein Wunder, gerade in Comicverfilmungen machen die Bösewichte (viel schöner im Englischen die “Supervillains”) mehr oder weniger den Erfolg aus.

Der bereits erwähnte Joss Whedon hat trotz diverser Comic-Pläne (Buffy, Angel & Faith, Dollhouse) sein Hauptaugenmerk auf The Avengers, bei dem er nicht nur Regie führt, sondern auch das Drehbuch geschrieben hat. Besonders in der Welt der kostspieligen Action-Blockbuster ist so etwas eine Seltenheit und darf daher auch Hoffnung machen, dass der Film nicht so zerhackt wirkt, wie man anderes Comicspektakel, das nach zig Drehbuchautoren-Wechsel kaum noch wieder zu erkennen war. Whedon war nicht der Erste, der im Gespräch war, vorerst sollte Zak Penn (The Incredible Hulk) am Drehbuch werkeln, 2010 übernahm dann Whedon Regie und Drehbuch, eine Entscheidung, die sicher nicht nur die Fans auf der Comic Con erfreute, auf der diese Nachricht verkündet wurde.

Interessant ist besonders der Vorlauf, der dieser Serie voraus geht. 2005 wurde zum ersten Mal von The Avengers geredet, sowohl The Incredible Hulk, als auch Iron Man wurden erst danach gedreht, es scheint also tatsächlich so, dass diese Filme testweise auf den Markt gebracht wurden, um ein Franchise auf zu bauen, das die Popularität einer X-Men Reihe bei Weitem übertreffen sollte.
Ob das letzten Endes gelingt, liegt an den Machern, die hoffentlich trotz der hohen Summen und dem Kalkül, das eindeutig in dem Projekt steckt, nicht den Blick auf das Endprodukt verlieren.

2012 soll das gute Stück in die Kinos kommen, bis dahin wartet Captain America mit Chris Evans auf uns, und zur Auffrischung sowohl die Comics, als auch deren Verfilmungen in der Videothek.