Mit „Tanz der Teufel 2“ ist Regisseur Sam Raimi ein kleines Meisterwerk gelungen. B-Movie Legende Bruce Campbell kämpft mit Kettensäge und Schrotflinte gegen Untote und literweise fließt verschiedenfarbiges Kunstblut – dabei nimmt sich “Evil Dead 2 – Dead by Dawn” keine Sekunde ernst.

Das Necronomicon aus den Evil Dead Filmen © majcher/Flickr

Als Horrorkomödie ist “Tanz der Teufel 2” nicht nur die Fortsetzung des erfolgreichen ersten Teils, sondern auch gleichzeitig die noch erfolgreichere Parodie darauf. Mit einem zehnmal größeren Budget von immerhin 3,5 Millionen US-Dollars hat sie es unter den Fans vor allem zu echtem Kultstatus gebracht. Und „Evil Dead 2“ war schließlich so erfolgreich, dass seine Handlung in einem dritten Teil fortgeführt wurde.

Tanz der Teufel 2 – Gruselkino mit Kultstatus

Zu Beginn des zweiten Teils baut Regisseur Sam Raimi folgerichtig auf dem ersten auf, wenngleich in leicht veränderter Form. Wie in Teil 1 findet Ash J. Williams (Bruce Campbell) mit seiner Freundin Linda das “Necronomicon Ex-Mortis”, das Buch der Toten und ein Aufnahmegerät. Er spielt es ab, hört von einem Professor vorgetragene Passagen, die dämonische Kräfte im Wald freisetzt. Zunächst wird Linda überfallen und besessen – als sogenannter “Deadite” fällt Linda Ash an. Also schlägt er ihr kurzerhand den Kopf ab und wird nun selbst von übernatürlichen Kräften bekämpft. Soweit die Aufarbeitung der Handlung des ersten “Tanz der Teufel” innerhalb der ersten fünfzehn Minuten.

Ash, nunmehr auf der Flucht, muss miterleben, dass Lindas Kopf und ihr abgetrennter Körper wieder zum Leben erwachen. Im Kampf gelingt es ihm, beide mit der Kettensäge zu töten. Weitere Kämpfe folgen dennoch, denn die Kinder des Professors machen sich auf den Weg, um tiefer in die Geheimnisse des Buches einzudringen, auch sie werden von den Dämonen attackiert. Einer der Höhepunkte des munteren Treibens: Die dämonischen Kräfte nehmen Besitz von Ashs Hand, so dass er in einer Ein-Mann-Slapstick-Nummer versucht, sich mit Haushaltsgegenständen selbst K.O. zu schlagen – bis er sich die ungebührliche Hand abtrennt und an ihrer Stelle die Kettensäge anbaut.

Sam Raimis Horrorkömödienklassiker mit Bruce Campbell

Der 1987 fertiggestellte zweite Teil von „Evil Dead“ sorgte seinerzeit für ungeheure Diskussionen. Auch deshalb wurde der Streifen in der Originalfassung erst für Zuschauer ab 18 freigegeben, in einer leicht geschnittenen deutschen Fassung ist er inzwischen aber auch für 16-Jährige freigegeben. Dabei wurde – wie so oft – der offenkundig ironische Unterton der Fortsetzung/Parodie komplett übersehen, bei dem Sam Raimi absurd blutige Horrorstreifen auch mit dem Slapstick der drei Stooges verbindet.

Für Freunde der ungeschnittenen “ab 18”-Version des Kultklassikers gibt es auch eine DVD Buchbox, die dem Necronomicon nachempfunden ist – in Deutschland sucht man allerdings vergeblich nach dieser Veröffentlichung.

Mit “Armee der Finsternis” kam übrigens der dritte Teil der Reihe um das heroische Großmaul Ash in die Kinos und in den USA ist sogar ein Musical basierend auf dem ersten Teil gestartet.