Wahrscheinlich war es Glück, dass der Roman von Kazuo Ishiguro von den Briten verfilmt wurde, denn in amerikanischen Händen hätte schnell ein überzogener Schmachtfetzen daraus werden können.
Kathy (Mulligan), Tommy (Garfield) und Ruth (Knightley) wachsen in einem britischen Internat auf, dessen Leiter immer wieder betonen, dass sie etwas ganz Besonderes sind. Als eine neue Lehrerin an die Schule kommt, sollen die Kinder endlich erfahren, warum sie abgeschieden von der Gesellschaft aufwachsen.
Ohne zu viel vom Plot erzählen zu wollen, der sich eindrucksvoll subtil nach und nach entfaltet, kann man Alles, was wir geben mussten als Dystopie der Gegenwart beschreiben, in der die moralischen Fragen der Gentechnik und vor allem ihrer Folgen auf die Menschlichkeit aufgeworfen werden. Der Film kommt ohne große Spezialeffekte aus, die Zeit ist betont auf die 70er-90er gelegt worden und auch die Umgebung ist nicht verzerrt dargestellt, so dass es nicht schwer fällt, sich das Konzept auch in unserer Gesellschaft vor zu stellen, hierbei entsteht nicht die Idee einer weit entfernten Realität, sondern einer naheliegenden und erschreckenden Möglichkeit.
