Kino, neue Filme & Schauspieler

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Lindsay Lohan nackt – der Versuch ernsthafter Schauspielerei in „Florence“

Autor: Fin 3 Kommentare

Ein Titel, der sich widerspricht, wohl kaum, wenn es nach der 21jährigen Schauspielerin geht. Diese möchte in ihrem neuen Lindsay Lohan wikipedia©kid diver chickFilm „Florence“ mit einer exzellenten schauspielerischen Leistung brillieren. Das hierfür allerdings nackte Haut nicht zwingend notwendig ist, hat man Lindsay Lohan leider noch nicht verraten.

In „Florence“ soll Miss Lohan eine nymphomanische Kellnerin spielen und dabei mit viel nackter Haut zu sehen sein. Für den Film kassiert Lohan lediglich eine Gage von rund 50.000 Euro, denn für sie stand der Versuch von ernsthafter Schauspielerei absolut im Vordergrund. Für ihren letzten Film „Ich weiß, wer mich getötet hat“ erhielt die 21jährige gleich drei Goldene Himbeeren. Diese verkörpern den Gegenpart zu den Oscars und Lohan erhielt gleich zwei in der Kategorie „schlechteste Schauspielerin“.

Lindsay LohanIn der jüngsten Vergangenheit wurde man auf Lohan weder durch ihre musikalischen noch durch ihre schauspielerischen Leistungen aufmerksam. Stattdessen tauchte sie immer im Zusammenhang mit Drogen- und Alkoholkonsum in den Gazetten auf. Das Partygirl musste sich sogar zwischenzeitlich einer Entziehungskur unterziehen, um nicht vollends zu versinken.

Nun also der Versuch, wieder als Schauspielerin Fuß zu fassen. Allerdings muss Lindsay über die falschen Berater verfügen, denn wenn der Film schon mit solchen Schlagzeilen promotet wird, kann es ja nichts werden. Natürlich erfolgte in diesem Zusammenhang gleich der Rückgriff auf das New York Magazine, wo Lindsay am Beginn des Jahres nackt als Marilyn Monroe posierte.

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Der Rote Baron

Autor: Fin
9 Apr
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Der Rote Baron” startet morgen, am 9. April, in den deutschen Kinos.

Der Film soll das Leben des deutschen Flieger-Asses Manfred von Richthofen zeigen. Die deutsch-britische Koproduktion unter der Regie von Nikki Müllerschön wurde bereits 2007 heftig beworben, hat es jedoch erst in diesem Jahr in die offiziellen Kinosäle geschafft.

Premiere feierte der Film auf der Berlinale, das Echo der Presse war ernüchternd. Ich persönlich hatte nach “Keinohrhasen”, dem letzten Film, in dem Schweiger und Schweighöfer zusammen vertreten waren, endlich mal auf eine gute deutsche Weltkriegsadaption gehofft.

Die Kritiken des Films verderben einem leider durchweg die Lust auf den Streifen. Von Richthofen werde als Pazifist dargestellt (Wie bitte?) und bekomme eine durchweg kitschige Liebesgeschichte spendiert. Außerdem sei der Krieg viel zu sauber und konfliktfrei dargestellt, was gerade bei der Nachstellung des ersten Weltkrieges wie ein schlechter Witz anmutet. Offensichtlich ist da in der Bemühung, ein möglichst großes Publikum zu erreichen, bei Authentizität und Atmosphäre geschlampt worden, zugunsten einer Extrapackung Drama.

Schade eigentlich, ein guter Doppeldecker-Film mit ordentlichen Dogfights und markanten Flieger-Sprüchen wäre schön gewesen. Wer trotzdem Lust hat, reinzugehen, hier ist der Trailer.

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Der Bond-Bösewicht als Familienvater

Autor: Fin 0 Kommentare

“Happy End mit Hindernissen”

Der deutsche Titel ist mal wieder nicht besonders: “Ils se marièrent et eurent beaucoup d’enfants” (Original) und “…and they lived happilly ever after” drücken die Stimmung von Yvan Attals Erstling viel besser aus. Denn es handelt sich beileibe nicht um eine romantische Komödie à la “Wie werde ich ihn los …” etc. Der Film ist ebenso traurig wie komisch; aber keines von beidem überwiegt. Attal erzählt langsam und leichtmütig von einem kleinen Freundeskreis in Paris. Dabei bleiben alle Figuren schön authentisch. Man würde sich, nach Betrachten des Films, nicht wundern, Gabrielle oder Francois draußen auf der Straße zu begegnen.

Wie er das gemacht hat, bleibt wohl sein Geheimnis - aber für seine erste Regiearbeit konnte Attal (der übrigens den Bösewicht im nächsten Bond-Streifen geben wird) eine ganze Reihe namhafter Schauspieler gewinnen. Allen voran natürlich seine wunderbare Frau Charlotte Gainsbourg und den unglaublich komischen Alain Chabat. In einer Nebenrolle tritt Johnny Depp auf und beweist, dass er solides Französisch spricht. Ferner Anouk Aimée, Claude Berry, Emanuelle Seigner und Attal selbst.

Zentrum der Geschichte sind Gabrielle (Gainsbourg) und Francois (Attal), die einen siebenjährigen Sohn haben. Obwohl Gabrielle weiß, dass Francois sie betrügt, verlässt sie ihn nicht; und obwohl Francois Gabrielle betrügt, weiß er, dass er sie nicht verlassen kann. Das klingt tragischer, als es im Film tatsächlich ist. Die Figuren wirken sehr realistisch; komplex, und verweigern sich allzu einfachen Lösungen, die gewöhnliche Drehbücher wohl anbieten würden.

Ein sehr sehenswerter, schöner kleiner Film, womöglich der erste Schritt einer größeren Regiekarriere. Aber erst kommt wohl Bond… Der Trailer ist übrigens hier zu sehen.

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Aus dem Leben eines Taugewas

Autor: Fin 0 Kommentare

Richard Attenboroughs “Chaplin” nimmt die Technik der gegenwärtig beliebten “Biopics” vorweg: Im Guten wie im Schlechten.

Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine 138-minütige Tour de Force durch das Leben der Stummfilm-Ikone. Dazu bedienten die Autoren sich aus zwei Büchern über Chaplin. Dass - in solcher Straffung - einiges auf der Strecke bleiben musste, versteht sich von selbst.

Man merkt dem Film die große Hingabe aller Beteiligten an - allen voran Robert Downey Jr. in der Titelrolle, der für den Oscar nominiert wurde. Er beweist großes Talent als Komiker, und die kleinen, gelegentlich eingestreuten Slapstick-Szenen sind die eigentlichen Höhepunkte des Films. Der übrige Cast kann ebenfalls überzeugen: Paul Rhys (Sidney Chaplin) und Kevin Kline (Douglas Fairbanks) tragen stilechte Zwanzigerjahre-Oberlippenbärtchen, und in einer kleinen Nebenrolle ist die junge Milla Jovovich als Chaplins erste Frau zu sehen. Auch die Ausstattung wird dem epischen Anspruch gerecht; Kostüme und Kulissen erwecken die ersten zwanzig Jahre des vergangenen Jahrhunderts glaubwürdig zum Leben. Hin und wieder bedient der Regisseur sich augenzwinkernd der Techniken des Stummfilms, aber gerade in dem Maße, dass diese Szenen wie kleine Bonbons wirken und die Handlung auflockern. Trotzdem will der Funke nicht so recht überspringen.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen entschied Attenborough (”Gandhi”) sich dafür, Chaplins Lebensgeschichte als Erinnerungsmosaik eines Gesprächs des 73-jährigen Schauspielers mit seinem (fiktiven) Verleger (Anthony Hopkins) auszubreiten. Ein Schuss, der nach hinten losging: Die zwischengeschalteten Dialoge der beiden wirken so unecht und überhöht, dass sie - jedesmal aufs Neue - zuverlässig das Tempo, das der Film gerade wieder aufgenommen hatte, ausbremsen. Dieses Leben hätte noch viel mehr Stoff geboten - und vor diesem Hintergrund wirken einige der erzählten Episoden willkürlich: Wieso Chaplins ersten drei Frauen soviel Platz einräumen? Ganz Kind der Neunziger, versteift der Film sich gelegentlich allzu sehr auf das Thema Sex. Dafür bekommt man von Chaplins elf Kindern bloß zwei zu sehen. Wenn der junge, aber beispiellos erfolgreiche Filmemacher in sein Studio fährt, erwarten ihn applaudierend seine Mitarbeiter; was nicht sehr glaubwürdig wirkt: Chaplin war nicht nur Perfektionist, sondern auch recht ungnädig gegenüber seinen Angestellten.

Alles in Allem ist “Chaplin” sicher sehenswert, taugt aber aufgrund seiner inhaltlichen Schwerpunkte, die das Leben Chaplins bestenfalls fragmentarisch wiedergeben, nur als Unterhaltungsfilm. An cineastische Biographien wie Scorseses “Aviator” reicht er nicht heran.

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Love will tear us apart

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“Control” 

Anton Corbijns Portrait des Joy-Division-Sängers Ian Curtis überzeugt vor Allem visuell: In grobkörnigem, kontrastreichen Schwarzweiß fängt der Fotograf Corbijn die Tristesse englischer Arbeiterstädte der Siebziger ein. Sam Riley, der Curtis spielt, taumelt mit einem leeren, apathischen Blick durch die Straßen. Allerdings leidet der Film - er basiert auf dem Erinnerungsbuch von Curtis’ Witwe, die auch produziert hat - etwas an der Distanz, die er zu wahren versucht: Nicht mal an Curtis selbst traut er sich so richtig heran; von anderen (noch lebenden) Figuren ganz zu schweigen. “Control” ist ein brillantes Stück Kino im Wortsinn, aber bestimmt nicht das Psychogramm eines depressiven, einsamen Jungen. Den Part überlässt Corbijn anderen. Im Rahmen seines Könnens aber erzählt der Regisseur, der eigentlich Fotograf (er begleitete in den späten Siebzigern Joy Division) und Videoclip-Regisseur (U2) ist, eine tragische, düstere Geschichte vom langen Tod eines begabten Jungen.

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Der Tod ist eine Möglichkeit

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The Hours“, Stephen Daldrys Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michael Cunningham, ist ein leiser, beeindruckender Film über Frauen, die versuchen, ein selbstbestimmtes Leben zu erreichen.

Ein Tag im Leben dreier Frauen: Virginia Woolf (Nicole Kidman) schreibt an ihrer Novelle “Mrs. Dalloway”, die - 50 Jahre später - Linda Brown (Julianne Moore) zu einem folgenreichen Entschluss bewegt. Wiederum 50 Jahre später bereitet Clarissa Vaughan (Meryl Streep) eine Party für einen aidskranken Freund (Ed Harris) vor. Er nannte sie immer “Mrs. Dalloway” …

Virtuos verknüpft Regisseur Stephen Daldry die Episoden zu einer komplexen Erzählung über Künstlertum und Tod, Homosexualität und das Entdecken der eigenen Individualiät. Die Schauspielerinnen liefern die (bisherigen) Glanzleistungen ihrer Karriere ab; Kidman gewann einen Oscar. Im Innern zusammengehalten wird dieser tragisch-schöne Teppich miteinander verflochtener Schicksale aber durch die elegische Musik Phillip Glass’.

“Billy Elliott”-Regisseur Stephen Daldry gelang mit dieser ruhigen, intelligenten Literaturverfilmung eines der besten Dramen der letzten Jahre - unbedingt sehenswert.

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Die Geschichte von Claude und Ludivine

Autor: Fin 0 Kommentare

Claude Chabrols neuer Film “Die zweigeteilte Frau” erzählt von einer verhängnisvollen Dreiecks-Konstellation.

Gabrielle (Ludivine Sagnier) ist die junge Wetterfee eines regionalen TV-Senders, Paul (Benoît Magimel) der millionenschwere Erbe einer Unternehmerfamilie, und Charles (Francois Berléand) ein alter Bestseller-Autor. Beide Männer begehren die bildschöne Gabrielle; sie verliebt sich in den Schriftsteller. Er nutzt sie aus und lässt sie fallen, als er genug von ihr hat. Frustriert heiratet Gabrielle den jungen Paul. Doch die Lasten ihrer Beziehung zu Charles wiegen zu schwer, als dass sie einfach abgestreift werden könnten …

Claude Chabrols Film ist nicht irgendein weiteres Eifersuchtsdrama: Sagniers Darstellung des jungen Mädchens, das einem alten Mann verfällt, reicht über das Klischee hinaus: Gabrielle ist eigenständig, nicht perfekt, verletztlich und zugleich verletzend. Sie nutzt Paul in dem Maße aus, wie sie von Charles ausgenutzt wird - und der große, tragische Verlierer ist am Ende der vermeintlich arrogante, großkotzige Erbe aus großbürgerlichen Verhältnissen. Chabrol erzählt davon, wie leichtfertig mit der Liebe gespielt wird, und wie entsetzlich ihre Konsequenzen sein können.

Sagnier trägt den Film, dessen Handlung letztlich nah am Kitsch verläuft, mit ihrem leichten, souveränen Spiel; Berléand als alter Schwerenöter wirkt überzeugend, nur Magimels Part triftet gelegentlich zu stark in die Karikatur. Dennoch: Claude Chabrol ist ein kleines, famoses Drama gelungen - “Die zweigeteilte Frau” ist ein früher Höhepunkt des Kinojahres.

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Die neurotische Dschungelkatze

Autor: Fin 0 Kommentare

“Hinter seiner Brille verbarg sich die mühsam gezügelte sexuelle Energie einer Dschungelkatze.”

Manhattan” ist in mancher Hinsicht Woody Allens Meisterwerk: Ein leichter, melancholischer Film, der einige Episoden aus dem Leben des Schrifstellers Isaac (Allen) erzählt. Die Eingangssequenz ist in die Filmgeschichte eingegangen; eine Montage aus über 40 Einstellungen auf New York, unterlegt von Gershwins “Rhapsody in Blue”, und darüber mehrere Versionen des ersten Kapitels eines Romans, den der verkrachte Allen-Charakter zu schreiben versucht; freilich erfolglos. Als schreibfreudig dagegen erweist sich seine lesbische Ex-Frau (Meryl Streep), die in ihrer Autobiografie darstellt, wie Isaac sie und ihre Geliebte überfahren wollte. Der Gescholtene sucht die Liebe einer Anderen (Diane Keaton), aber spätestens, als deren Psychiater sie auf einem Drogentrip anruft, beginnt auch diese Beziehung zu bröckeln…

Angesichts seines Gesamtwerks hat der Film fast archteypische Qualitäten: Alle Themen - Existenzangst und die Frage nach Gott, Psychoanalyse, Sex und warum er lustig ist, Intellektuelle und ihre merkwürdigen Sorgen, Jazz, Kafka, Bergman, Freud - werden behandelt; stellenweise erweckt “Manhattan” den Verdacht, Allen habe ihn nur gemacht, um den eigenen Charakter auf Celluloid zu prägen. Zum Beispiel in der vorletzten Szene, wenn der verhinderte Schriftsteller Isaac auf seiner Couch liegt und sich ins Tonbandgerät Gründe diktiert, “warum das Leben lebenswert ist”: Mozart, Cézanne, Groucho Marx …

Die Filme des großen New-York-Regisseurs Woody Allen wären ein weiterer Grund für Isaacs Kassette.

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Männer, Frauen, und der Tod

Autor: Fin 0 Kommentare

Clint Eastwoods 26. Regiearbeit: “Mystic River”, ein düsteres Krimidrama mit Sean Penn (Oscar als bester Hauptdarsteller), Tim Robbins (Oscar als bester Nebendarsteller) und Kevin Bacon.

Vor dreißig Jahren waren Sean (Bacon), Jimmy (Penn) und Davey (Robbins) befreundet - bis Davey eines Tages von zwei Männern, die sich als Polizisten ausgaben, entführt und tagelang missbraucht wurde. Er konnte entkommen, aber das traumatische Ereignis trieb einen Keil zwischen die Freunde. Als Erwachsene leben sie noch in derselben Stadt, haben aber kaum mehr Kontakt. Bis Jimmys neunzehnjährige Tochter ermordet aufgefunden wird. Manches scheint auf den labilen Davey zu deuten - aber ist er eines Mordes fähig? Sean, inzwischen Polizist, nimmt die Ermittlungen auf.

Clint Eastwoods unaufgeregte Regie nähert sich behutsam menschlichen Abgründen. Das Drama gewinnt seine Tiefe gerade aus der Ruhe, mit der die Geschichte entfaltet wird. Einer griechischen Tragödie ähnlich, liegt die Katastrophe im Wesen der ungleichen Männer begründet, und ist unvermeidbar. Sie mögen handeln wie freie Menschen, aber letztlich sind sie Marionetten ihres gemeinsamen Schicksals, das mit der Entführung Daveys seinen Anfang nahm. Nicht von ungefähr fragen sich die Freunde immer wieder, wie ihre Leben ausgesehen hätten, wäre damals nicht einer von ihnen in das Auto der Pädophilen gestiegen.

Eastwood gelingt es, den Zuschauer zu fesseln; und das, obwohl keine der Figuren in “Mystic River” zur Identifikation einlädt, im Gegenteil: Gerade ihre innere Zerrissenheit, ihre in Trümmern liegenden Biografien und der (vermeintliche) Determinismus ihres Handelns entwickelt eine faszinierende Sogkraft.

Wenn dann nach zwei Stunden der Abspann vorüberzieht, erwacht der Zuschauer aus einem dreißigjährigen Alptraum, und begreift, dass ein einzelnes Ereignis das Leben dreier Menschen dauerhaft zerschlagen kann. Wie in seinem fünffach Oscar-prämierten Meisterwerk “Million Dollar Baby” erweist sich Eastwood als ein großer Humanist des amerikanischen Erzählkinos.

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Walden, Teil zwei.

Autor: Fin
7 Jan
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Im August 1992 wurde die Leiche Chris McCandless’ in einem verrosteten Bus in den Wäldern Alaskas gefunden. Sean Penns Adaption von Jon Krakauers Tatsachenroman “Into the Wild” kommt nun ins Kino.

Zuletzt führte Penn im Jahr 2001 Regie bei dem abgründigen Krimi “Das Versprechen” mit Jack Nicholson. Sein neues Werk, das Aussteiger-Drama “Into the Wild“, startet am 31. Januar in deutschen Filmsälen.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des amerikanischen Reporters Jon Krakauer, der die (wahre) Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der sich aller Habe entledigte, zwei Jahre durch die Vereinigten Staaten trampte und schließlich zu seinem letzten, großen Abenteuer in die Wildnis Alaskas aufbrauch - ein Abenteuer freilich, das er nicht überlebte.

Krakauer lässt die Frage, ob der junge Chris McCandless (im Film dargestellt von Emile Hirsch) als idealistischer Aussteiger oder als naiver Träumer zu betrachten ist, bewusst offen. Penn dagegen zeigt deutlich Sympathien für McCandless - was dem Roadmovie aber keinesfalls schadet. Er fügt der Geschichte einige Elemente hinzu, und dichtet sie um zu einem Hohelied auf individuelle Freiheit und das Recht auf Ideale. Durch den Film weht der Geist großer Außenseiter der amerikanischen Literatur, von Mark Twain über Jack London bis zu Jack Kerouac.

Der Regisseur forscht in McCandless’ Odyssee nach einer anderen, individualistischen Tradition Amerikas, jenseits des Fahnenpatriotismus. Filme dieser Art sind selten, gehören aber oftmals zu den Perlen im Werk ihrer Regisseure - Robert Redfords “Aus der Mitte entspringt ein Fluss” (1992) etwa, oder Edward Zwicks “Legends of the Fall” (1994).

Sean Penn gelingt es, in der Geschichte des Aussteigers McCandless nicht nur den Zauber der Wildnis, sondern auch eine besondere, intime Seite der amerikanischen Seele einzufangen. Ein Film von schmerzhafter Schönheit.

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