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Knut und seine Freunde – ein bäriges Kinoerlebnis

Autor: Fin 4 Kommentare

Knut geht schwimmen ©Andrea&Stefan

Die Fans des Berliner Eisbären Knut können es kaum noch erwarten. Ab dem 16. März erobert der weiße Bär, der schon lange nicht mehr so klein und knuddelig ist, die Leinwände in den deutschen Kinos.

Die einzigartige Geschichte vom Eisbärenbaby Knut begann am 5. Dezember 2006. Die Mutter des kleinen Fellknäuels, Tosca, brachte zwei männliche Jungtiere zur Welt, verweigerte aber die Annahme der beiden Bären. Eines der beiden Tiere verstarb nach nur vier Tagen und die Tierpfleger des Zoologischen Gartens in Berlin standen vor der Entscheidung, Knut und Thomas Dörflein ©Andrea&Stefanden süßen und tapsigen Eisbären verhungern zu lassen oder ihn mit der Flasche groß zu ziehen. Das Schicksal des kleinen Knut wurde zunächst von den Berlinern und später weltweit mit Spannung verfolgt.

Um das Überleben des Eisbären zu sichern, bauten die Pfleger für Knut einen Brutkasten. Dort verbrachte er die ersten 44 Tage seines Lebens und wurde dabei dauerhaft von seinem „Ziehvater“ Thomas Dörflein überwacht. Dieser verschrieb sich voll und ganz dem Leben des kleinen Knuts und bezog eigens für die Aufzucht eine eigene Wohnung im Zoologischen Garten. Am 23. März 2007 wurde Knut dann der Öffentlichkeit vorgestellt und der kleine Schelm eroberte die Herzen der Besucher im Sturm. Schon bei seiner Präsentation verfolgten Tausende von Besucher die ersten Schritte des niedlichen Eisbären in seinem Gehege. Die Auftritte und Spieleinheiten von Knut und seinem „Papa“ wurden zu einem täglichen Highlight im Zoo. Fast täglich berichteten Zeitungen, Radiostationen und Fernsehen über den Alltag von Knut. Weltweite Aufmerksamkeit genoss das neue Berliner Idol - jeder wollte wissen, wie es weiter geht im Leben des kleinen Eisbären.Knut tollt herum ©dags 1974 Jeder Schritt von Knut wurde dabei von einer Kamera festgehalten – das erste Herumtollen, das erste Schwimmen sowie das Entdecken der eigenen Welt. Dieses Filmmaterial bildet nun die Basis für den neuen Kinofilm.

Der Rummel um Knut kam aber nicht nur ihm zu Gute, auch zahlreiche andere Tiere profitierten von der Beliebtheit des Eisbären. Die Zuschauer entdeckten den Berliner Zoo völlig neu, der im vergangenen Jahr Rekordbesucherzahlen vermelden konnte und das gewonnene Geld in die Pflege der Tiere investierte.

Neben der Geschichte des kleinen Knuts wird im Film auch auf das Schicksal anderer Bärenkinder aufmerksam gemacht. Zur gleichen Zeit wie unser Eisbär wachsen in der wundervollen Naturlandschafts Weißrusslands die beiden Braunbärenkinder Masha und Pasha auch ohne Mutter auf. Deren Abenteuer, ihre Geschwisterliebe sowie die Gefahren, in welche sich beide Bären begeben, werden in „Knut und seine Freunde“ ebenfalls erzählt. Dass es den Eisbären in freier Wildbahn natürlich anders ergeht als unserem Knut, war den meisten Zuschauer sicherlich klar. Aber wie hart das Leben in der eisigen Umgebung sein kann, wird anhand einer Eisbärenfamilie in der Antarktis dokumentiert. Die stattliche Knut schläft ©trespassers williamEisbärin Maidu muss ihre gesamte Kraft aufwenden, um ihren kleinen Zöglinge Lasse und Linn das Überleben zu sichern. Die raue Welt der Antarktis erlaubt es den Eisbären nicht, so verspielt herum zu tollen, wie es Knut im Berliner Zoo so gerne tut.

So wird den Kinobesuchern in „Knut und seine Freunde“ auf anschauliche Art und Weise noch einmal die ersten Monate von Eisbär Knut und seinen Freunden in Freiheit näher gebracht. Nicht nur für Fans des kleinen Eisbären Knut ist der Film lohnenswert. Die Dokumentation über die Braunbär- und Eisbärenkinder ist eine sinnvolle Ergänzung und trägt wesentlich dazu bei, dass sich Kinder mit der Natur bewusster auseinandersetzen. Am Ende ist der Film aber vor allem ein toller Familienspaß!

Kategorie: Sneak Preview mehr

Vaniers Reality-docu-fiction-soap-drama-reportage-film

Autor: Fin
8 Feb
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Nicolas Vanier ist Abenteurer, Schriftsteller, Umweltaktivist. Sein Film “Der letzte Trapper” ist ein unglückseliger Zwitter.

Berühmt wurde der 1962 im Senegal geborene Franzose für seine Reisen durch arktisches Gebiet und Sibirien. Seine Bücher, die in schöner Regelmäßigkeit alle zwei Jahre erscheinen, reißen mit ebenso schöner Regelmäßigkeit Millionen Leser mit und sensibilisieren sie für die Probleme der nordischen Weltregionen. Mehrere von Vaniers Expeditionen wurden mit der Kamera dokumentiert; dabei sind einige sehenswerte Dokumentarfilme entstanden.

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, ehe Vanier selbst das Filmemachen als adäquates Ausdrucksmittel seiner Passionen entdecken würde - immerhin war er von gewöhnlicher Reiseliteratur schon zum Roman und zum Dokumentarfilm (mit einem Abstecher ins Kinderbuch) gelangt.

Der letzte Trapper” ist das Ergebnis dieser ersten eigenständigen Filmarbeit Vaniers - und stellt sich als merkwüriger Hybrid dar: Vanier hat sich Norman Winther, einen Trapper aus dem Yukon-Gebiet unterhalb der Rocky Mountains, zum Thema gewählt. Aber statt einen Dokumentarfilm über Winthers Leben zu machen, lässt Vanier den Trapper, seine Lebensgefährtin und alle möglichen anderen - realen - Personen mehr oder weniger fiktive Szenen nachspielen. Wohlgemerkt: Er dreht nicht (wie, beispielsweise, der grandiose “City of God”) einen Spielfilm mit Laiendarstellern. Denn keine der auftretenden Personen spielt etwas anderes als sich selbst. Auch gelingt ihm kein eigenständiger Spielfilm, dessen Epizentrum die Natur selbst wäre - wie beispielsweise Sean Penns “Into the Wild“, der in den letzten Tagen in den deutschen Feuilletons frenetisch gefeiert wurde.

Diese Konstellation erzeugt beim Zuschauen ein leichtes Unwohlsein. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, welche Szenen sich wohl tatsächlich so abgespielt haben könnten, und welche Szenen vollständig dem Drehbuch Vaniers entstammen. Zum Großteil zeigt der Film alltägliche, unspektakuläre Dinge - den Bau einer Holzhütte, das Fallenlegen, die Jagd. Man könnte die pseudo-dokumentarische Herangehensweise hier verschmerzen; ein Dokumentarfilm wird ja auch dramaturgisch zurechtgeschnitten, und auf viel mehr würde es ja nicht herauslaufen. Vorausgesetzt, es bliebe bei den alltäglichen Szenen. Aber zwei Episoden haben so offensichtlich fiktiven Charakter, dass sie die Toleranz des Zuschauers arg in die Bredouille bringen: Einmal wird der Lieblingshund des Trappers überfahren, und die Szene ist so phantastisch zusammengeschnitten, dass es einfach überhaupt nicht mehr “echt” wirkt (und man sich unwillkürlich fragt: Starb denn ein Hund, oder nicht? Ist das wirklich der Hund des Trappers Norman Winther, oder ist es ein dressierter Hund? Ist diese Episode wahr, stellt sie eine wahre Episode nach, oder ist sie nur um der Dramturgie Willen eingefügt?) Ein andermal bricht der Trapper mit seinem Hundeschlitten auf einem zugefrorenen See ein und wird von den Hunden gerettet, wobei die Kamera ihm auch ins Eiswasser folgt.

Natürlich wusste Vanier, was er tat. Und natürlich wusste er um die Vor- und Nachteile des Dokumentar- wie des Spielfilms. Vermutlich würde er sagen, dass sein geskripteter Film mit den aufwändigen Kamerafahrten und der relativ einfachen Erzählweise die Zuschauer unmittelbarer anspricht, als ein Dokumentarfilm - gleichen Inhalts - das täte. Ich weiß es nicht.

Der letzte Trapper” ist deshalb trotzdem sehenswert; wer weiß, vielleicht hat er ja als Genrehybrid sogar filmgeschichtlichen Wert. Verzeihen Sie mir also, wenn ich ihn zwei Rubriken zuordne: Dokumentation, und, naja, Abenteuer eben.

Kategorie: Cinemathek mehr
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