Oliver Stone ist ein mal mehr, mal weniger begabter Regisseur.

Zu seinen Glanzleistungen zählen “Platoon” (1986), das Drehbuch zu “Scarface” (1983) und “JFK” (1991); weniger erfreulich war seine Adaption des Tarantino-Skripts “Natural Born Killers” (1994) oder sein schwülstiges “World Trade Center” (2006). Differenzierte Töne mag der Vietnam-Veteran nicht – als “Holzhammer-Moral” wurde seine Herangehensweise an “Natural Born Killers” mal bezeichnet, und da ist was dran.

Trotzdem gibt man ihm immer wieder eine Chance, denn seine besseren Werke gehören zweifellos zu den besten politischen Filmen, die Hollywood je hervorgebracht hat. Und, ach ja, manchmal geht’s auch ohne Moral: Der kleine, dreckige “U-Turn” ist einfach cool.

Das Hollywood-Blatt “Daily Variety” ließ am Wochenende verlauten, dass Stone zurzeit an der Finanzierung eines George-W.-Bush-Biopics arbeite. Was Präsidentenfilme betrifft, ist Stone ein ausgewiesener Kenner: Er (“JFK”; “Nixon”, 1995) hat das Genre wahrscheinlich überhaupt erst erfunden.

Die Hauptrolle soll James Brolin übernehmen. Stone erklärte, er wolle sich auf die Wandlung Bushs vom “Alkoholiker zur mächtigsten Figur der Welt” konzentrieren. In die Anti-Bush-Polemik wolle er freilich nicht einfallen. Der Film soll möglichst zeitnah zu den amerikanischen Präsidentschaftswahlen in die Kinos kommen.