Der kleine Ensemblefilm “Stealing Beauty” (dt.: “Gefühl und Verführung”) ist eines der weniger bekannten Werke Bernardo Bertoluccis (“Der letzte Tango in Paris”, “Die Träumer”). Erzählt wird die Geschichte der 19jährigen Amerikanerin Lucy, die den Sommer in einer Künstlerkolonie in der Toskana verbringt. Sie möchte eine Jugendliebe wiedertreffen. Und den Mann finden, der ihr Vater ist …

Bertolucci lässt sich viel Zeit für die Geschichte; immer wieder verweilt die Kamera auf der idyllischen Landschaft. Aber “Stealing Beauty” ist zu keinem Zeitpunkt langweilig. Bertolucci konnte eine Vielzahl internationaler Schauspieler für sein Projekt begeistern: Neben anderen Jeremy Irons, Rachel Weisz, Jean Marais und Ralph Fiennes. Die Entdeckung des Films aber war die 19jährige Liv Tyler, der damit der internationale Durchbruch gelang.

Dem einstigen Skandalregisseur ist ein kleiner, eleganter Coming-of-Age-Film gelungen, dem man höchstens vorwerfen kann, dass er ein bisschen zu idyllisch wirkt. Erwähenswert ist auch der hervorragende Soundtrack, der neben klassischen Stücken (Mozart) auch ein paar 90er-Bands wie Mazzy Star und Portishead enthält.