Mit “Sommer vorm Balkon” hat Andreas Dresen (“Willenbrock”) eine wunderbar leichte Komödie geschaffen, die im zeitgenössischen deutschen Film ihresgleichen sucht. Der ungewöhnliche Film lebt vom großartigen Spiel seiner Hauptdarstellerinnen Inka Friedrich und Nadja Uhl.

Worum geht’s? Die Freundinnen Katrin (Friedrich) und Nike (Uhl) wohnen in demselben Altbau irgendwo in Berlin; Katrin ist arbeitslos, geschieden und Mutter eine zwölfjährigen Jungen, Nike schlägt sich als mobile Altenpflegerin durch. Ihre Abende verbringen sie gemeinsam auf Nikes Balkon. Bis der Fernfahrer Ronald (Andreas Schmidt) in ihr Leben tritt, indem er Katrin fast überfährt. Nike fängt was mit ihm an; aber will sie ihn wirklich? Die Beziehung der beiden Frauen wird durch den Auftritt des markanten Proleten empfindlich gestört. Katrin fängt an zu trinken und beschert sich damit einen Haufen Probleme…

Der Posterspruch bringt es auf den Punkt: “So ist das Leben. Aber wirklich!” Irgendwo zwischen Komödie und Tragödie entwickelt “Sommer vorm Balkon” seine reichlich unspektakuläre Geschichte. Nichts wirkt übertrieben oder konstruiert. Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass es genau so gewesen sein muss: Die kleine Berliner Straßenkneipe, die Rollenspiele beim Arbeitsamt mit anschließender Fragerunde, der Alte, der den Kaffee versteckt und die erste, unglückliche Liebe von Katrins Sohn.

Dresen erzählt seine Geschichte konsequent aus Sicht der beiden Freundinnen, die sich mit wunderbarer Chuzpe durchschlagen, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Ein Film, den man schwerlich nicht mögen kann.

One Comments

  • Klaus Peter 22 / 11 / 2007

    Habe den Film neulich erst gesehen und fand ihn wirklich gut. Die Geschichte kehrt zwar auch in anderen Filmen wieder, aber hier ist sie sehr gut erzählt.

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