New York hat viele Kulturschaffende hervorgebracht – unter den Filmemachern Abel Ferrara, Sidney Lumet, Woody Allen, Martin Scorsese; unter Schriftstellern Truman Capote, J.D. Salinger, Arthur Miller, Ira Levin und andere mehr. Dort, wo das filmische und das literarische New York aufeinander treffen, ist 1995 “Smoke” entstanden, eine Gemeinschaftsproduktion von Regisseur Wayne Wang und Schriftsteller Paul Auster (“Stadt aus Glas”).

“Smoke” erzählt in fünf Episoden Geschichten aus der Welt von Auggie Wren (Harvey Keitel), einem Tabakladenbesitzer irgendwo in Brooklyn. Sein Tabakladen ist mehr als ein Geschäft, er ist ein sozialer Treffpunkt, man plaudert, raucht; Geschichten beginnen hier, andere finden ihr Ende. Da ist der Schriftsteller (William Hurt), der seit dem Tod seiner Frau nicht mehr richtig schreiben kann; oder der junge Rashid (Harold Perrineau Jr.), der immerzu lügen muss; oder die einäugige Ruby McNutt (Stockard Channing), die Auggie beichtet, dass er eine Tochter hat …

Regisseur Wang und Drehbuchautor Auster verstehen es hervorragend, die Geschichten ihrer Figuren zu erzählen. Der Film wird von einer heiteren Melancholie getragen, die in Auggies abschließender Weihnachtserzählung gipfelt, einer unglaublich schönen und unglaublich traurigen Story, die Auster seinerzeit bei der “New York Times” einreichte. Damals schrieb er noch unter dem Pseudonym Paul Benjamin. So heißt im Film der Schriftsteller, den William Hurt darstellt.

Der Film wirkt wie eine Collage aus kleinen, pointierten Momentaufnahmen des New Yorker Stadtteils Brooklyn; und ist als solcher in die Filmgeschichte eingegangen. Der improvisierte Nachfolger “Blue in the Face”, mit Gastauftritten von Jim Jarmusch, Madonna, Lou Reed und Michael J. Fox, vermochte nicht mehr in gleicher Weise zu fesseln, fand aber auch sein Publikum. Auster führte übrigens ein paar Jahre später selbst Regie in “Lulu on the bridge”; sein erzählerisches Werk – und besonders das “Buch der Illusionen” – ist durchdrungen von Verweisen auf das klassische Kino.