Als einer der größten Regisseure aller Zeiten kann sich Martin Scorcese auch mal weniger ambitioniert an Unterhaltungsfilmen wie etwa dem Psychothriller machen. Dass das unter seiner Regie meilenweit über dem Durchschnitt liegt, ist klar, oder?

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Wir schreiben das Jahr 1954, die beiden US Marschalls Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und Chuck Aule (Mark Ruffalo) untersuchen das mysteriöse Verschwinden eines Patienten von einer Gefängnisinsel für kriminelle Psychopathen. Doch nicht nur das Rätsel, wie jemand von einem Inselgefängnis verschwinden konnte, sondern auch die Gefängnisleitung (u.A. Ben Kingsley) macht den beiden ermittelnden Beamten Probleme, denn scheinbar sind die Insassen nicht die Gefährlichsten auf der Insel.
Nach einem längeren Hin- und Her ob der Rechte an dem Roman von Dennis Lehane hat Martin Scorcese es endlich geschafft, einen Psychothriller nach der alten Schule zu drehen, dessen Stil wundervoll altmodisch und gleichzeitig fast schon künstlerisch ist und außerdem mit psychologisch komplexen Charakteren arbeitet, so dass die 0815-Variante des geschundenen Ermittlers nicht ganz mithalten kann.
Zugegeben, so komplex wie seine frühren Filme ist “Shutter Island” nicht, aber im Gegensatz zu den Kinofilmen dieses Genres, die man in den letzten Jahren ertragen musste, haben wir es endlich einmal wieder mit einem großartig produzierten Psychothriller zu tun, der hervorragend besetzt und alleine visuell empfehlenswert ist.

Ab dem 25.2.2010 kann man mitfiebern und Täter raten.

Regie: Martin Scorcese
Drehbuch: Laeta Kalogridis, Steven Knight, Dennis Lehane (Romanvorlage)
Darsteller: Ben Kingsley, Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo
Musik: Robbie Robertson