Manche Filme brauchen etwas länger, um die Anerkennung zu kriegen, die sie verdienen. Shotgun Stories musste 2 Jahre warten, bis er in die deutschen Kinos kommen konnte. Das Warten hat sich jedoch gelohnt.

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Arkansas in den 30ern, Son, Boy und Kid wachsen mit ihrer verbitterten Mutter zusammen auf, nachdem sie von ihrem trinkenden und gewalttätigen Vater verlassen wurden. Der hat danach jedoch eine Wandlung durchgemacht. Trocken und zum Glauben gekehrt, hat er sich mit einer neuen Familie und vier Söhnen ein neues und vor allem glückliches Leben aufgebaut.
Als er stirbt, kommt es zwischen Son, Boy und Kid und ihren Stiefbrüdern zu einem Zwist, die unterschiedlichen Gesichter ihres Vaters in den Erinnerungen seiner Kinder lassen einen Konflikt entstehen, der mehr und mehr außer Kontrolle gerät.
Der von den Kritikern hochgelobte Film lebt von unaufdringlichen Schauspielern, der schönen aber auch tristen Umgebung der Kleinstadt und der langsam und erfrischend zurückhaltend erzählten Geschichte.
Der vorwiegend unbekannte Cast ist vielleicht gerade deshalb glaubwürdig und spielt keine Karikatur vom ‘White Trash’ in dem Son, Boy und Kid aufgewachsen sind, sondern die melancholische, aber nicht zu bemitleidende Wirklichkeit.
Herausragend ist vor allem Michael Shannon als Son, der bereits in ähnlich schmerzvollen Filmen wie “Bug” mit gespielt hat und für seine Nebenrolle in “Zeiten des Aufruhrs” sogar einen Oscar bekam. Ansonsten kennt man ihn eher aus Nebenrollen in Filmen wie “8 Mile” oder “Pearl Harbour”.
Nach “Shotgun Stories” fragt man sich allerdings, warum es nicht schon längst Hauptrollen gehagelt hat.
Ab dem 8.10. läuft das beeindruckende Drama in den deutschen Kinos.