Mit der BBC Produktion Sherlock ist es den Autoren Steven Moffat und Mark Gattis gelungen, den wohl berühmtesten Detektiv aller Zeiten in die Moderne zu integrieren.

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Wer hätte gedacht, dass die Geschichten um den berühmten Detektiv Sherlock Holmes, der seine Fälle in der Zeit des viktorianischen Englands löste, in unsere Zeit übertragbar wären. Doch es funktioniert. Die Serie „Sherlock“ begeistert sowohl Publikum, wie auch Kritiker.

Aktuell läuft im deutschen Fernsehen die dreiteilige zweite Staffel.

Sherlock Holmes

Benedict Cumberbatch ist schlichtweg eine perfekte Besetzung für die Rolle des Detektivs. Er schafft es hervorragend, alle Wesenszüge der Figur zum Vorschein zu bringen. Wie der originale Sherlock Holmes zeigt auch der neue nur in sehr seltenen Fällen emotionale Regungen, was aber nicht bedeutet, dass ihm die Menschen in seiner Umgebung völlig gleichgültig sind.

Er unterhält mit seiner temporeichen Ermittlungsweise und der Art seines Charakters, was neben echter Spannung auch für ein angenehmes Maß an Humor sorgt.

Alte Bekannte

Natürlich steht auch dem neuen Sherlock Holmes sein Weggefährte John Watson zur Seite. Auch hier ein frühzeitig pensionierter Militärarzt aus Afghanistan, der wie alle anderen unter der Persönlichkeit des Detektivs zu leiden hat, aber trotzdem sein Freund wird. Wie in den literarischen Vorlagen ist auch dieser Watson kein unbeholfener Tollpatsch, auch wenn er natürlich nicht über die Beobachtungsgabe von Sherlock verfügt.

Auch die gute alte Hauswirtin Mrs. Hudson ist mit von der Partie. Obwohl sie natürlich einiges an Sherlocks Lebensstil zu meckern hat, weiß sie auf eine ihr eigene Art mit seiner Persönlichkeit umzugehen und es wird deutlich, dass er für sie durchaus eine gewisse Zuneigung übrig hat.

Die nächste bekannte Figur ist die des Detective Inspector Lestrade. Er zieht Sherlock bei schwierigen Fällen hinzu, lässt sich aber von ihm auch nicht widerstandslos auf der Nase herumtanzen.

Eine größere Rolle wurde hier Sherlocks Bruder Mycroft Holmes eingeräumt, der ein wichtiges Regierungsamt innehat und Sherlock an Intelligenz durchaus ebenbürtig ist. Auch in seinem Maß an Emotionslosigkeit ist er seinem Bruder sehr ähnlich. Verkörpert wird er durch Mark Gattis, der unter anderem auch das Drehbuch für „Die Hunde von Baskerville“ geschrieben hat.

Die Gegenspieler

Bereits in der ersten Folge wird es für Sherlock Holmes ersichtlich, dass im Hintergrund eine unbekannte Kraft die Fäden zieht – Moriarty. Den Fans als Holmes Erzrivale bekannt. Dieser wirkt zuweilen schlicht wie ein reicher verwöhnter Snob. Doch man begreift schnell die Gefahr, die von ihm ausgeht.

Er ist hochintelligent – so macht er sich zum Beispiel Holmes geniale Beobachtungsgabe zunutze, um ihn zu täuschen. Außerdem ist er auf eine sadistische Art boshaft veranlagt. In der ersten Folge der zweiten Staffel bemerkt Irene Adler treffend: „Ich glaube, er ist einfach gerne böse.“

„Die Frau“ – das ist Irene Adler. Die Edel-Domina, deren Dienste auch von Mitgliedern des britischen Königshauses in Anspruch genommen werden, rettet Sherlock und Watson durch einen Telefonanruf bei Moriarty das Leben, als dessen Schergen die beiden gerade erschießen sollen. Zwischen Sherlock und ihr wird im Verlauf der Handlung eine Art Verliebtheit angedeutet.