Zwar ruiniert Wes Craven mit Scream 4 die Trilogie, dafür setzt er aber einen deutlich besseren Film als Scream 3 ins Gedächtnis des Kinogängers. Genrefans werden ihn dafür lieben.

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Nach 10 Jahren kehrt Sidney zurück nach Woodsboro, um ihr neustes Buch vor zu stellen. Doch kaum erreicht sie die idyllische Kleinstadt, gehen die Morde wieder von vorne los. Doch nicht nur Sidney, sondern auch ihre kleine Cousine und deren Freunde scheinen dieses Mal Ziel des Killers zu sein. Außerdem kriselt es zwischen Dewey und Gale, die so ganz ohne Morde keine Inspiration für ihre Arbeit findet und die neuen Morde als Motivation sieht, ihren Job als Journalistin wieder auf zu  nehmen.

Scream 4 ärgert die Kritiker und erfreut die Fans, denn das große Fest an postmoderner Ironie, ständigen Selbstreferenzen und durchweg cleveren Filmanalysen mag dem Filmrezensenten erscheinen, als würde der Film ihm letzten Endes die Arbeit ab nehmen und jegliche gehässige Kritik vorweg nehmen.
Für den Horrorfilm Fan ist aber genau das sehr wohl amüsant, der Film spielt mit den Erwartungen und schafft es, immer wieder zu überraschen. Zum Gruseln ist das natürlich nicht, aber spannend, witzig und temporeich ist Scream 4 allemal, diverse Cameos runden die Sache ab. Großes Lob geht auch an ein durchweg knackiges Drehbuch, das aus den ansonsten reichlich naiven Teenagern sarkastische Klugscheißer macht, die vielleicht nicht ganz so realistisch, dafür aber sehr unterhaltsam sind.
Das Horrorgenre hat Scream 4 nicht neu erschaffen, das hat immerhin der erste Teil der Filmreihe schon erledigt, aber nach dem nicht allzu guten dritten Teil hat es Wes Craven geschafft, die Franchise wieder auf die richtige Bahn zu lenken, weshalb ein fünfter Teil nicht wirklich notwendig ist (immerhin soll man aufhören, wenn es am schönsten ist). Im Zuge der gegenwärtigen Flut an schlechten Remakes und Fortsetzungen ist Scream damit deutlich besser als die Konkurrenz und auch wenn die Kritiker teilweise darüber meckern, dass der Film sich seiner eigenen Klischees viel zu bewusst ist, fühlt sich der Horrorfan damit sehr wohl, da er einerseits die Slasher-Formel serviert bekommt, die er gewohnt ist und liebt, andererseits genügend Witz darin findet, um sich nicht zu langweilen.

Am dem 5.5.2011 im Kino

Regie: Wes Craven
Drehbuch: Kevin Williamson
Darsteller: Neve Campbell, David Arquette, Courtney Cox, Emma Roberts, Hayden Panettiere
Musik: Marco Beltrami

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