In Scarface behandelt Brian De Palma den Aufstieg des Gangsterbosses Tony Montana vom kubanischen Flüchtling zum Drogenkönig von Miami: Ein kurzes, gewalttätiges Leben, das im Inferno endet.

DVD Version von De Palmas Scarface mit Al Pacino © ups2006/Flickr

Al Pacino, der bereits in Coppolas “Der Pate” einen Mafiaboss gab, verkörpert Tony, der vor Fidel Castros Regime auf Kuba in die USA flüchtet. Vom Auffanglager gelangt er über Kleinkriminalität bis an die Spitze der Verbrechersyndikate – nicht, ohne sich dabei mächtige Feinde zu machen. Kokain, Alkohol, Geld und Gewalt pflastern Montanas Weg, während er über Leichen geht, um der König von Miami zu werden.

Scarface: Kultfilm von Brian De Palma

Anders als Michael Corleone in “Der Pate” ist Tony Montana in “Scarface” ein brutaler Prolet, der keine subtilen Verhandlungsmöglichkeiten kennt: Lieber brüllt er Schimpfwörter heraus, während er um sich ballert. Alte Freunde wenden sich von ihm ab oder werden von ihm umgebracht, neue Freunde kauft er mit Drogengeld. Dass das nicht lange gut gehen kann, beweist De Palma in schonungslos realistischen Bildern und ohne Pathos: Der Amerikanische Traum endet für Tony Montana im Kugelhagel.

Geschrieben wurde “Scarface” – basierend auf der quasi-Al-Capone-Biografie aus dem Jahr 1932 – von Oliver Stone und wartet mit Michelle Pfeiffer, Robert Loggia und F. Murray Abraham in Nebenrollen auf. Die Synthesizer-Musik stammt von Giorgio Moroder.Al Pacinos Rolle in Scarface ist mittlerweile aber vom abschreckenden Beispiel zu einer Kultfigur geworden: Das Antlitz Tony Montanas blickt von T-Shirts und Postern herab, sein “Say hello to my little friend” ist zum Schlachtruf geworden und etliche Zuschauer, die Brian De Palmas Thriller nur vom Video oder der DVD her kennen, haben sich Tony zum Vorbild genommen. Vor kurzer Zeit ist der Film erstmalig ungeschnitten in Deutschland veröffentlicht worden – 1983 rieb man sich an den Gewaltszenen.

Al Pacino als Gangsterboss

Tatsächlich hat sich Tony Montana so sehr ins kulturelle Bewusstsein einer völlig neuen Generation gespielt, dass über 20 Jahre nach der Uraufführung ein erfolgreiches Computergame produziert wurde, in dem man das Imperium des ehemaligen Kuba-Flüchtlings wieder aufbauen muss. Auch hier wird nicht mit Brutalität und heftiger Sprache gespart und somit ein durchaus gelungenes Pendant zum Kultfilm geschaffen.