Roman Polanski meldet sich zurück mit einer Leinwandadaption des erfolgreichen Theaterstücks von Yasmina Reza „Der Gott des Gemetzels.“

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„Der Gott des Gemetzels“ wurde als klassisches Kammerspiel auf die Leinwand gebracht. Es ist die Geschichte von zwei Paaren die sich in der Wohnung des einen Paares treffen, um einen eskalierten Streit zwischen ihren Söhnen, friedlich niederzulegen. Doch das Ganze scheint nicht so einfach, wie zunächst angenommen. Glauben Sie an den Gott des Gemetzels?

Der Gott des Gemetzels – Vier Schauspieler, einer Wohnung, 80 Minuten

Der legendäre Regisseur Roman Polanski hat sich bisher an vielen Genres versucht. Mit „Rosemary’s Baby“ lehrte er uns alle das Fürchten. Mit „China Town“ hat er vielleicht den größten „Neo-„Film-Noir aller Zeiten abgeliefert. Auch nicht zu vergessen wäre da noch der „Der Pianist“ für den Polanski den Oscar für beste Regie bekommen hat. Nun bringt Polanski zum ersten Mal eine Komödie in die Kinos.

Bei den Schauspielern sitzt jede Geste und jedes Wort

Christoph Waltz und Kate Winslet spielen Alan und Nancy Cohen, die Eltern des stockschwingenden Jungen. Alan ist ein ziemlich aufgeblasener Anwalt für ein Pharmazieunternehmen, während Nancy Investmentbankerin ist. Diese beiden treffen auf John C. Reilly und Jodie Foster, die Michael und Penelope Longstreet, die Eltern des Opfers spielen. Michael vertreibt Hardware und Penelope arbeitet in einer Buchhandlung. Hier treffen also schon berufliche Unterschiede aufeinander.

Verkehrte Welt: Erwachsene benehmen sich wie Kinder

Das Treffen, das als ein Entgegenkommen gedacht ist, eine friedliche Lösung zur Situation zu finden, entwickelt sich im Laufe der nächsten 80 Minuten, in eine größtenteils verbale Schlacht. Die Diskussion entwickelt sich im Film zu einer einzig eskalierenden Auseinandersetzung. Wobei es als Zuschauer schon Spaß macht diesen Leuten dabei zuzusehen, wie sie sich immer weiter in ihr ansonsten so verborgenes Aggressionspotential stürzen, sich diesem verborgenen Talent regelrecht hingeben. Wenn dann noch der Alkohol zu fließen beginnt und Kate Winslet erst das Smartphone ihres Ehemanns in der mit Tulpen gefüllten Vase ertränkt und dann auch noch quer über den Tisch, auf den Bildband einer „Oskar Kokoschka“ Ausstellung von Penelope kotzt, hat man es mit einer Komödie zu tun.

Ein Film in Echtzeit – In chronologischer Reihenfolge gedreht

Da der Film in Echtzeit spielt, musste während der Dreharbeiten anders vorgegangen werden. So haben die Schauspieler die erste Woche der Dreharbeiten wie für ein Theaterstück geprobt und sind dazu Szene für Szene durchgegangen. Nach einer Woche bekamen die Schauspieler ein Wochenende um das Stück zu lernen, denn ab der zweiten Woche wurde ohne Skript geprobt. Der Film wurde dementsprechend wie ein Theaterstück in chronologisch richtiger Reihenfolge gedreht. Dies war etwas, so Kate Winslet, was keiner der Schauspieler bislang gemacht hatte.
Die Geschichte wurde außer, dass sie von Paris nach Brooklyn, New York, verlegt wurde, kaum verändert. Wir haben es daher beim “Gott des Gemetzels” mit einem starbesetzen Kammerspiel zutun, das vielleicht nicht Polanskis Meisterwerk wird, dafür nicht nur smart sondern auch noch komisch ist.

Ab 24.11.2011 in deutschen Kinos