Für Fans der gegenwärtigen Independent Comedy ist dieser Film ein wahres Schlaraffenland an bekannten Gesichtern, für alle anderen ist es ein musikalisch witziges Funfest mit albernen Klamotten.

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In den 60ern regiert die Rockmusik in Großbritannien, allerdings nicht im öffentlichen Radio, das sich strikt weigert, derartige Musik zu spielen, um die Moral zu wahren. Stattdessen hört die Mehrzahl der Bevölkerung die bunten Piratensender, die sich auf hoher See auf kleinen Radiostationen die Aufgabe gestellt haben, den Rock’n Roll an die Leute zu bringen.
Ob Murray aus “Flight of the Conchords”, Roy und Jen aus der “IT Crowd”, Nick Frost von “Shaun of the Dead” und “Hot Fuzz”, der allmächtige Bill Nighy, Kenneth Brannagh oder Oscarpreisträger Philip Seymour Hoffman, dieser Film ist so voller schillernder Schauspieler, das ausgerechnet der niedliche Hauptdarsteller (Tom Wisdom) mehr oder weniger untergeht, was aber nicht weiter schlimm ist, denn hier geht es nicht um die Coming of Age Story eines verwirrten Teenagers, sondern um die bunte Crew des Piratensenders und einen genialen Soundtrack.
Auch wenn der Film etwas langsam anläuft, bleibt man dran, denn die Charaktere sind liebenswert und alleine für ihre 60er-Frisen sehenswert und wenn man sich auf den subtilen Humor der Briten einlässt und nicht einen Gag nach dem anderen erwartet, dann ist es eine sehenswerte Komödie, die gute Laune macht und – mit einigen Abstrichen – die damalige Stimmung wiedergibt. Der Humor liegt in den Dialogen und nicht in Apfelkuchen und Slapstick, was zur Abwechslung ja auch mal ganz nett ist. Ein bisschen mehr surreale Monty Python Auswüchse hätte man sich zwar gewünscht, aber dafür, dass britische Komödien so selten auch in deutschen Kinos landen, sollte man sich freuen und den Film genießen.