Der Prom, also der Abschlußball der amerikanischen Schüler, ist eine der wichtigsten Veranstaltungen des ganzen Schuljahres. Schade, dass der neuste Disneyfilm darüber so unglaublich öde ist.

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Ein Haufen Teens ist schon ganz aufgeregt, denn der Prom lauert schon hinter der Ecke. Dabei will das perfekteste Mädchen der Schule – Nova – alles so haben, wie sie es sich erträumt hat, wartet aber noch darauf, dass sie von ihrem Schwarm eingeladen wird. Als sie dann auch noch die zerstörte Dekoration mit dem Bad Boy Jesse wieder aufbauen muss, der natürlich ungemein attraktiv ist, scheint alles ruiniert zu sein, oder? Währenddessen versuchen alle noch vor Ende des Schuljahres populärer, geliebter oder einfach nur nicht alleine am wichtigsten Abend eines Schülers zu sein.

In ca. 90% aller Teeniefilme ist der Prom die glitzernde Kulisse für das Finale der hormonell getriebenen Abenteuer, warum also nicht gleich einen Film drehen, der sich ausschließlich mit dem Prom auseinandersetzt? Nun, damit ist “Prom – Die Nacht deines Lebens” zwar nicht der Erste (auch ohne den Titel haben Filme wie “Eine oder Keine” und “Pretty in Pink” mehr oder weniger dasselbe Thema gehabt), dafür aber sicher der Banalste. Anstelle ehrlicher Probleme von Teenagern wird alles mit Zuckerguß überschüttet, den Ausgang der einzelnen Geschichten sieht man schon von Meilen kommen (wird Nova sich etwa in Jesse verlieben? Ach, wie unspannend!) und auch vom Humor hätte man sich etwas mehr Biss von Disney gewünscht, die doch mittlerweile schon bewiesen haben, dass sie auch Familienkomödien ohne Weichspüler kreieren können.

Was besonders ärgern dürfte, ist die vertane Chance, auch echte Probleme auf spielerische Weise anzusprechen; etwa Homosexuelle auf dem Prom, der Druck, an diesem Abend Sex haben zu müssen, oder die oberflächliche Wahl zur Promqueen. Natürlich erwarten wir hier keine komplexe Teenie-Studie, aber etwas mehr Mut von Disney hätte man sich schon gewünscht, immerhin sind das nicht mehr die 50er.

Wer seinen Kleinen eine Freude machen will, der kann die 12-14-Jährigen gerne ins Kino mitnehmen, aber jenseits dieser Altersklasse dürfte der Spaß stark eingeschränkt sein.

Seit dem 25.8.2011 im Kino.

Regie: Joe Nussbaum
Drehbuch: Katie Welch
Darsteller: Aimee Teegarden, Thomas McDonell, Yin Chang, Nicholas Braun
Musik: Michael Krikorian, Steve Moranz