Als wäre das Remake von 2001 nicht schon so schlimm gewesen, dass man Mark Wahlberg die nächsten drei Jahre nicht mehr ertragen konnte, jetzt soll es also auch in Star Trek-Manier ein Reboot geben.

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Will Rodman (James Franco) arbeitet fieberhaft an einem Mittel gegen Alzheimer und testet seine neue, wahnwitzige Entdeckung am Versuchsaffen Caesar. Der zeigt auch schnell Wirkung, übertrifft jedoch alle Erwartungen, als sein Intelligenzquotient stetig nach oben geht. Als Rodmans Arbeitgeber weiter testen wollen, entscheidet sich Caesar, dass das ein Ende haben muss.

Ein Reboot ist eine Neuerfindung einer alten Serie, ähnliche Storyelemente und vor allem Charaktere werden in eine neue Umgebung und neue Plots versetzt. Im Falle von Batman und Star Trek war das ja eine gute Sache, wenn man da an die Masse schlechter Remakes denkt, hat sich Regisseur Rupert Wyatt sicher richtig entschieden.
Auch die Schauspielerriege indiziert, dass es ein guter Film werden könnte, James Franco in der Hauptrolle wählt seine Scripts ausgesprochen gut, Harry Potter Fans werden sich zudem überzeugen können, ob Tom Felton sich auch außerhalb seines Malfoy Charakters wohl fühlt. Besonders entgegen wünschen kann man sich außerdem John Lithgow in einer ernsten Rolle, denn auch wenn man den “Hinterm Mond gleich Links”-Star eher für Klamauk kennt, Lithgow ist ein hervorragender Charakterdarsteller.
Die Spezialeffekte wurden vom Team hinter Avatar entwickelt, lenken aber ausnahmsweise nicht von der inhaltsleeren Story ab, sondern kreieren beeindruckende Affenhorden, die sicherlich den stressigen Situationen echter Affen beim Filmdreh vor zu ziehen sind. Caesar wird übrigens von Andy Serkis gespielt, wohl auf ewig dazu verdammt, unerkannt große Rollen zu stemmen. Man kann den Machern die Wahl jedoch nicht verübeln, ist Serkis doch einer der Schauspieler, deren Körpersprache unheimlich überzeugend ist, was besonders in Caesars Fall wichtig ist, um die Empathie zu entwickeln, die nötig ist, um den Film richtig zu erleben.

Egal, wie das Ergebnis letzten Endes auf der Leinwand aussieht, die Grundthematik von “Planet der Affen: Prevolution” (wie immer ist der deutsche Titel etwas plump, im Original lautet der Zusatz simpel und effektiv: “The Rise”) ist beachtenswert für einen Actionstreifen: wo wird die Grenze zwischen Mensch und Tier gezogen? Gerade die Ausgangsposition, in der Caesar – intellektuell und emotional den Menschen ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen – weiter erforscht und gefangen gehalten wird, stellt ein moralisches Dilemma zwischen der Art und Weise auf, wie wir unsere Umwelt behandeln. Diese Frage wurde auch schon von den alten Filmen der Reihe aufgeworfen und verlor sich dann im Remake, gut, dass sie nicht vergessen wurde.

Am 11.8.2011 kommt der Film in die Kinos, auch Fans der alten Reihe sollten ihm eine Chance geben.

Regie: Rupert Wyatt
Drehbuch: Amanda Silver, Rick Jaffa
Darsteller: James Franco, Freida Pinto, Andy Serkus, John Lithgow, Brian Cox
Musik: Patrick Doyle