Nachdem Disney mit “Rapunzel” gezeigt hat, dass eine weibliche Heldin sehr wohl Kinoerfolge erzielen kann, legt der Großkonzern mit einem Pixar Werk nach. Erste Blicke machen Hoffnung.

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Merida ist die feiste, wilde Tochter von König Fergus und Königin Elenor. Als das ungewöhnliche Mädchen sich gegen die alt hergebrachten Traditionen ihres Landes stellt, erzürnt sie gleich drei große Herrscher und wendet sich in ihrer Verzweiflung an eine Hexe, um alles wieder gut zu machen. Nun ja, seit “Ariel” wissen wir, dass Hexen nicht immer die beste Wahl sind…

Gleich zwei Prämieren feiert Pixar mit “Brave” (zuvor “The bear and the bow”, was auf Deutsch soviel wie “Bär und Bogen” heißt). Zum einen ist es das erste Märchen des wohl beliebtesten Animationsstudios, zum anderen gibt es zum ersten Mal eine weibliche Heldin.
Das scheint sich endlich durch zu setzen, denn lange Zeit war es ein weit verbreitetes Gesetz, dass sich weibliche Heldenrollen OHNE den zur Hilfe eilenden Prinzen nicht gut verkaufen würden. Dass das nicht nur altmodisch und sexistisch ist, sondern auch völlig fehl eingeschätzt, zeigen Filme wie “Coraline” oder “Tangled”, in dem die Prinzessin dem Prinzen ausnahmsweise einmal zuvor kommt und sich selbst rettet.

Was man bisher in einzelnen Charakterbildern und einem verwackelten Teaser auf youtube erkennen konnte, zeigt eine wunderbar weiche Animation, inmitten der Landschaften Schottlands und Merida als leuchtenden Rotschopf.

Eine weitere Prämiere feiert Pixar mit einer weiblichen Co-Regisseurin (Brenda Chapman), langsam aber sicher dürfen also auch Frauen beim Zeichentrick mitmischen? Für Meridas Stimme wurde eigentlich Reese Witherspoon gecastet, die musste aber aufgrund von zeitlichen Einschränkungen absagen, weshalb die Rolle, bzw. Stimme, an die schottische Schauspielerin Kelly MacDonald ging – eine Wahl, die weitaus logischer ist, als die Südstaaten Blondine Witherspoon. Von der hieß es übrigens, dass sie aus dem Film ausstieg, weil Chapman eigentlich die Haupt Regisseurin sein sollte, dann aber Andrew Chapman vorgesetzt bekam. Zu wenig Glauben an die Regisseurin von “Der Prinz von Ägypten”? Dabei hat Chapman vielleicht viel Erfahrung in Sachen Animation, saß aber lediglich beim Kurzfilm “The One Man Band” auf dem Regiestuhl.

“Brave” soll etwas düsterer sein, als man es von Disney Märchen gewohnt ist, die ersten Bilder weisen aber auch auf viel Humor hin, scheint doch mindestens einer der drei schottischen Herrscher eine ausgezeichnete Braveheart Parodie zu sein. Aufgeregt darf man sein und viele Pixar Fans trösten sich mit der Vorschau auf “Brave” auch über “Cars 2” hinweg, denn – ob nun weibliche oder männliche Hauptrolle – Autos sind schlechte Protagonisten, es sei denn, sie heißen Herbie.

Der voraussichtliche Kinostart ist der 22 Juni 2011, etwas Zeit ist also noch bis dahin.

Regie: Mark Andrews, Brenda Chapman
Drehbuch: Brenda Chapman, Irene Mecchi
Musik: Patrick Doyle