Der dritte Teil der erfolgreichen Piratenmär “Fluch der Karibik” macht endlich wahr, was man seit dem ersten erwartet hatte: Eine zusammenhanglose Achterbahnfahrt durch millionenteure Kulissen.

Nicht mal Johnny Depp, der für seine Darstellung des Captain Jack Sparrow immerhin Oscar-nominiert wurde, kann dem Film ein wenig Tiefe geben; alles dümpelt irgendwie im Seichten. Die Effekte sind teurer, alles ist etwas größer – aber erwartet man von einer Jerry-Bruckheimer-Produktion das nicht sowieso? Gelegentlich lässt der Film zwar durchblicken, dass Autoren am Skript beteiligt waren. Aber diese Momente sind unausgegoren: Einmal alberne Lach-Szenen, wie man sie in einem klassischen Disney-Film erwarten darf (beispielsweise, wenn Sparrow den beiden Wachen die Kiste klaut), kurz darauf Ekeleffekte (man denke daran, was Davy Jones mit seinen Tentakeln zu tun imstande ist), die von vornerein verhindern, dass der Streifen eine Altersfreigabe erhält, die dem ersten Witz gerechet würde. Keith Richards’ Auftritt als Sparrow senior macht wenigstens schmunzeln; aber die längste Zeit kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, eine effekthascherische, unausgegorene Achterbahnfahrt zu erleben. Übrigens sind bereits Gerüchte über einen vierten Teil im Umlauf – bleibt nur zu hoffen, dass Hollywoods Drehbuchautoren bis dahin ihren Streit beendet haben.