Marijane ist wahrscheinlich nicht mal fünf, als die Revolution den Iran “befreit”, und naturgemäß versteht sie wenig von den Vorgängen im Land. Eines Tages müssen eben alle Frauen verschleiert herumlaufen – dem Mädchen macht das wenig aus.

Marijane Satrapis Comicroman “Persepolis” dokumentiert die jüngere Geschichte Irans aus einem ungewohnten Blickwinkel: Dem eines Kindes, bzw. dem einer Heranwachsenden. Wichtiger als alle politischen und religiösen Debatten ist da die Frage, wo man westliche Popmusik herbekommt und, natürlich, die Jungs. Und Zigaretten. Und so weiter –

Im Making-of des Films, der im vergangenen Jahr in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde, erklärt eine erfrischend natürliche Marijane Satrapi, dass ihre Geschichte ja eigentlich nicht besonders sei: Die Themen blieben sich gleich; ob man nun im Iran, in Japan oder den Vereinigten Staaten aufwächst.

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Entsprechend fällt der Schwerpunkt des Films eher auf die Entwicklung seiner Protagonistin als auf pointierte politische Kommentare. Aber das ist nicht schlecht – im Gegenteil. “Persepolis” lebt gerade von der Unbefangenheit, mit der Marijane ihre Geschichte vor dem Zuschauer ausbreitet. Ein traurige Geschichte vielleicht, aber dann doch – eine Geschichte unter vielen.

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