Otto Walkes bringt demnächst eine neue Komödie heraus, nach dem unterirdisch schlechtem Schneewittchen-Klamauk hofften wir, dass das niemals passieren wird. Dass Tom Gerhard ebenfalls zu einem komödiantischen Schlag in die Magengrube ausholt, ist dann doch zu viel.

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„Wenn ihr es verlangt, höre ich ganz auf“, so Otto, aber das kann nur ein Mediengag sein, immerhin ist er ja noch da, schlimmer, dreht auch weiterhin Filme, die den internationalen Ruf der deutschen Humorlosigkeit immer wieder bestätigen. Fährt man nach England, traut sich dort niemand, einen Witz zu machen, aus Angst, dass wir ihn missverstehen und einen Krieg anfangen.

In Ottos neustem Film werden – wie so gerne im deutschen Komödienbereich – alle derzeit „angesagten“ (heißt, altbackene) Comedians auf einen Haufen geworfen, um sich gegenseitig uninspirierte Gags an den Kopf zu lachen, die man vielleicht irgendwann einmal zu Kinderzeiten witzig fand, dann aber niemals wieder.

Mittlerweile ist es nur noch traurig. Cameo-Auftritte und ehemalige Erfolgswellen allein halten keinen Film, besonders nicht dann, wenn das gesamte Script auch mühelos mit einer Bedienungsanleitung für einen Kühlschrank ausgetauscht werden könnte, ohne dass es einer merkt.

Ein ähnliches Erfolgsrezept hat aber auch Tom Gerhard, der nach seiner 90er Karriere zuletzt in „Siegfried“ zu sehen war, ein weiterer Beweis, dass die Comedyszene in Deutschland am Boden liegt. Anstatt sich eine halbwegs neue Story aus zu denken, verwertet Gerhard in “Die Superbullen” die beiden Proll-Charaktere Tommie und Mario zum unzähligsten Mal, die nun als Polizisten ein Maskottchen finden sollen.

„Sie kennen keine Gnade“, heißt es im Untertitel, genau das denken wir uns auch, denn warum müssen die wirklich guten und vor allem witzigen Leute im Nachtprogramm von öffentlichen Spartensendern herum dümpeln, während man Relikten aus längst vergangenen Zeiten die Produktionskosten entgegen streckt?

Aber irgendwie muss es sich ja verkaufen, ansonsten würden sie sich nicht immer wieder wie eine tumbe Sekte zu obskuren Festivitäten versammeln und sich feiern. Dass der Comedypreis seit Jahren an dieselben Leute geht, die seit Jahren dieselben Witze erzählen, mutet doch merkwürdig an.

Und wenn es uns Zuschauern schon peinlich ist, was da aus den Untiefen deutscher Filmunternehmen kommt, wie muss es erst den Beteiligten gehen? Wahrscheinlich besser als uns, denn in Badewannen voller Kinoeintrittsgelder blamiert es sich immer noch am besten.