Böse Kinder sind ein Quell der Inspiration für Horrorfilme aller Arten. Nichts ist unheimlicher, als ein harmloses Kindergesicht, das zu allem fähig ist.

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Nachdem Kate Coleman eine Fehlgeburt erlitten hat, beschliesst sie, zusammen mit ihrem Mann John ein Kind zu adoptieren. Die überaus begabte Esther aus Weißrussland kommt anscheinend gut mit den anderen beiden Coleman-Kindern zurecht und lebt sich gut ein, aber langsam kommt Kate der Verdacht auf, dass etwas nicht so recht mit Esther stimmt. John will davon allerdings nichts wissen und während das Ehepaar von einer Krise in die nächste kommt, häufen sich die Unfälle im Umkreis von Esther.
Die Story kommt bekannt vor? Ja, das könnte man meinen, liegen Filme wie “Omen” oder der wunderbar gespielte “Das zweite Gesicht” äußerst nah, was Story, Charaktere und Geschehnisse betrifft.
“Das zweite Gesicht” hat sogar so viele Ähnlichkeiten im Stil und sogar einzelnen Szenen, dass die erste dreiviertel Stunde ein Deja Vu nach dem anderen nach sich zieht.
Allerdings lohnt sich “Orphan”, denn der Schein trügt wie so oft und der Film spielt sich schnell in seine eigene Liga und verliert bald auch die Ähnlichkeiten mit den erwähnten Filmen.
Ausserdem lohnt es sich, Isabelle Fuhrman als Esther zu beobachten, denn die 12-jährige legt eine erstaunlich reife und zum Fürchten überzeugende Performance ab.
Sowieso stehlen die Kinder im Film den erwachsenen Schauspielern so manches Mal die Show, Aryana Engineer, die die taube Max Coleman spielt, ist mindestens genauso gut wie Isabelle, so dass sich eines der größten Psychoduelle zwischen den Beiden abspielt.
“Orphan” ist eine nette Interpretation des “gruselige Kinder die böse Dinge machen”-Genres und startet passend im düsteren Herbst am 22.10.