Der Bestseller von David Nicholls ist eine wunderschöne Hommage an die Zeit, die die Liebe manchmal braucht, um sich wirklich zu entfalten. Die Verfilmung kann da leider nicht ganz mithalten.

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Emma und Dexter landen am letzten Tag der Uni beinahe im Bett und werden sich danach nicht mehr los. Die beiden Freunde versuchen jahrelang, sich ihrer Gefühle füreinander gewahr zu werden, haben aber viel zu tun mit ihren eigenen Leben und Problemen. Während Emma in Schnellrestaurants herumdümpelt, scheint Dexter das Glück im Fernsehen gepachtet zu haben. Doch alles kommt anders, usw.

“One Day”, so hieß das Originalbuch von David Nicholls und das ließ sich Zeit, um die beiden Protagonisten zusammen zu bringen, nutzte diese Zeit jedoch auch, um ihre eigenen Leben innerhalb von einem Tag alle paar Jahre so detailliert zu beschreiben, dass man quasi mit ihnen wuchs. Im Film ist das leider nicht gelungen, was doppelt schade ist, da Nicholls das Drehbuch selbst geschrieben hat, zumindest dahingehend also die Kontrolle gehabt hätte.
Vielleicht liegt es aber vielmehr an dem nicht mehr ganz so sicheren Händchen von Regisseurin Lone Scherfig, die bei “An Education” alles richtig gemacht hat, hier jedoch gnadenlos in jede Klischee-Falle tappt, die Nicholls im Roman so gekonnt umgeht.
Normalerweise kann selbst eine unglückliche Verfilmung noch von den Schauspielern gerettet werden, aber anstatt den logischen Weg zu gehen und ein charismatisches Mädchen mit nordenglischem Akzent zu suchen, die ein paar Kilo mehr auf den Rippen hat und auch den “Mäuschen”-Look gut beherrscht, hat man für den Charakter von Emma Morley ausgerechnet Anne Hathaway gewählt, die – so sehr sie sich auch anstellt – immer die strahlende, viel zu peppige überschlanke Schönheit sein wird, die sie eben ist und nebenbei auch noch mehr schlecht als Recht den Akzent meistert (der den deutschen Kinogängern jedoch ob der Synchronisation eh nicht auffallen wird).
Da kann auch die eigentlich gute Wahl von Jim Sturgess (“Across the Universe”) in der Rolle von Dexter nicht helfen, denn ohne die echte, spröde, zynische Emma macht das Zweiergespann keinen Spaß.
Und so kommt, was kommen musste: “Zwei an einem Tag” ist die etwas gehobenere Art der typischen Liebeskomödie mit viel zu glücklichen, attraktiven und charakterlosen Protagonisten.

Schade, denn wer das Buch gelesen hat, wird wissen, wie ungemein lebendig sie auf dem Papier wirken.

Ab dem 3.11.2011 im Kino, aber als Empfehlung schon jetzt für jeden im Buchhandel.

Regie: Lone Scherfig
Drehbuch: David Nicholls
Darsteller: Anne Hathaway, Jim Sturgess