In der nördlichen Mythologie ist die Undine ein weiblicher Wassergeist, der die Unschuld und Reinheit verkörpert. Ebenso schön wie gefährlich sollen sie schon so manchen Seemann in die Tiefe gezogen haben…

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Der Fischer Syracuse (Colin Farrell) zieht eines Tages nicht nur eine Ladung Fische, sondern auch ein junges Mädchen (Alicja Bachleda) mit seinem Netz auf das Bootsdeck. Er verliebt sich sofort in die unbekannte Schöne, die sich als Ondine vorstellt und mit ihrer Stimme für immer volle Netze sorgt.
Daheim ist Syracuses kranke Tochter fest davon überzeugt, dass Ondine tatsächlich eine Nymphe ist und träumt davon, dass sie ihr den Wunsch erfüllt, wieder gesund zu werden.
Ganz nach Tradition der irischen Volksmärchen ist natürlich auch viel Leid und Tragik in der ruhig erzählten Liebesmär zu finden, so dass das ansonst so obligatorische Happy End in diesem Fall nicht wirklich sicher ist.
“Ondine” besticht mit kühl aber wunderschön gehaltenen Bildern und einem unaufgeregten, ehrlichen Spiel von Farrell und Bachleda, was wahrscheinlich nicht zuletzt daran liegt, dass die Beiden auch im wahren Leben ein Pärchen sind.
Regisseur und Drehbuchautor Neil Jordan (“The Crying Game”, “Breakfast on Pluto”) ist für eine erstaunlich filigrane Ausarbeitung von Charakteren und Dialogen bekannt und so besticht “Ondine” durch eine poetische Schönheit, die niemals überladen oder forciert wirkt.
Wer sich ein Märchen für Verliebte ansehen möchte, sollte demnach ab dem 21.10.2010 unbedingt ins Kino begeben.

Regie: Neil Jordan
Drehbuch: Neil Jordan
Darsteller: Colin Farrell, Alicja Bachleda
Musik: Kjartan Sveinsson