“Nichts zu verzollen” ist eine Komödie des französischen Regisseurs Dany Boone, der mit “Willkommen bei den Sch´tis” einen Überraschungserfolg landete. Boon übernahm im neuen Film neben Benoît Poelvoorde auch eine der Hauptrollen.

Handlung

1990 an einem Grenzübergang zwischen Frankreich und Belgien: Die Zollbeamten auf beiden Seiten der Grenze können ihre Kollegen auf der jeweils gegenüberliegenden Seite nicht gut leiden. Der nationalistisch-belgische Beamte Vandevoorde hasst die Franzosen gar und schikaniert französische Passanten.
Vandevoordes Schwester Louise unterhält eine geheime Beziehung zum französischen Zöllner Ducatel. Sie muss sich zwischen ihm und ihrer Familie, die einer Beziehung mit einem Franzosen nie zustimmen würde, entscheiden und trennt sich von Ducatel.
Mit dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens werden binationale Zollwachen geschaffen, um Schmuggler abzufangen. Vandevoorde bekommt den verhassten Job. In Frankreich meldet sich Ducatel freiwillig, denn er will sich mit Vandevoorde anfreunden, um die Louises Familie davon zu überzeugen, dass er der Richtige für sie ist.
Die beiden werden Freunde und Vandevoorde nimmt Ducatel mit zu seinem Pfarrer, um diesem stolz zu beweisen, dass er nun mit einem Franzosen befreundet ist. Der Priester jedoch tadelt das eigennützige Motiv Vanvoordens. Daraufhin erzählt Ducatel von seinem Verhältnis mit Louise und gibt zu, dass auch seine Freundschaftsannäherung nicht uneigennützig war. Vandevoorde will deshalb Ducatel, dem es noch gelingt zu Louise zu fliehen, erschießen. Sie fordert ihren Bruder auf, sie beide zu töten oder die Liebe zu akzeptieren. Vandevoorde beruhigt sich und gibt seine Einwilligung.

Neuer Streich

“Nichts zu verzollen” ist Dany Boones dritter Film. Der Regisseur kennt die belgisch-französische Grenze schon seit Studententagen, die Idee für das Drehbuch entstand, als er verwaiste Gebäude und Grenzposten passierte. Mithilfe von Medienarchiven und Interviews mit Zollpersonal sammelte er Stoff.

Kritik

Die Kritik befand “Nichts zu verzollen” vereinzelt als durchaus würdigen Nachfolger von “Willkommen bei den Sch´tis”, weit öfter jedoch als faden Aufguss.
Die Kritiken reichten von herzerwärmend, über saukomisch bis hin zu albern. Auch derber Humor wurde dem Regisseur vorgeworfen. Das Drehbuch sei zudem sehr schwach, scheine unfertig. Auch an Boons schauspielerischem Können hatten viele Kritiker etwas auszusetzen. An Benoît Poelvoorde schieden sich die Geister: Während die einen ihm komödiantisches Talent bescheinigten, befanden andere, dass er seine Figur maßlos überzeichnete. Regisseur Dany Boone wurde zudem vorgeworfen, dass die meisten Gags auf Kosten der Belgier gingen und der gesamte Film an Tiefgang vermissen lasse.