Mr Nobody

Als Musiker schrammt er dicht an der Kitschgrenze entlang, als Schauspieler ist er eines der großen Talente seiner Generation. Schön, dass Jared Leto nach langer musikbedingter Pause wieder Filme dreht.

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Im Jahr 2092 sind Krankheiten passe, mehr noch, Sterblichkeit gehört der Vergangenheit an und es gibt nur noch einen einzigen Menschen der nicht unsterblich ist.
Nemo Nobody (Jared Leto) siniert während seiner letzten Momente über sein Leben.
Wieviele Möglichkeiten hatte er zwischen zwei Wegen zu wählen und was wäre passiert, hätte er den Anderen genommen?
Umnebelt und seiner wahren Vergangenheit nicht ganz bewusst, hängt Nemo den hypothetischen Realitäten nach, die jede Entscheidung mit sich gebracht hätte. Einfach wird es dem Zuschauer in diesem Science Fiction Drama nicht gemacht, aber das will man auch gar nicht, denn mit wunderschönen Bildern, beeindruckenden schauspielerischen Leistungen geht die philosophische Reise nach der wahren Erinnerung zwar mit einigem Kopfzerbrechen einher, aber auch mit atemberaubender Schönheit.
Bemerkenswert ist auch der luftig verträumte Soundtrack, der vom 2008 verstorbenen Pierre Van Dormael stammt, Bruder des Regisseurs und Drehbuchautors Jaco Van Dormael.

Gerade das Gedankenspiel, ob es am Ende nicht egal ist, was Nemo tatsächlich erlebt hat und was er sich nur im Kopf ausgemalt hat und wieviel ein Leben wert ist, das niemals zu Ende geht, macht “Mr Nobody” zu einem großartigen Kinoerlebnis.

Ab dem 8.7.2010 im Kino.

Regie: Jaco Van Dormael
Drehbuch: Jaco Van Dormael
Darsteller: Jared Leto, Diane Kruger, Sarah Polley, Linh Dan Pham
Musik: Pierre Van Dormael