Howard Marks war in den 70ern einer der größten Marihuana Dealer der Welt und ist heute ein nicht unbedeutsames Rädchen im Legalize-Marihuana-Getriebe. Der Mr Nice bekommt nun auch seinen eigenen Film.

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Intelligent, aus einer Kleinstadt, dann nach Oxford, dann das mittelständige Leben eines Lehrers – für Howard Marks war das nicht genug, nach und nach wurde er zum Haschisch-Dealer Nummer Eins und das nicht nur in Großbritannien.
In der Biographien-Verfilmung von Bernard Rose spielt Rhys Ifans den notorischen Kiffer Marks aka Mr Nice. Chloe Sevigny gibt seine Frau und David Thewlis (“Lupin” aus Harry Potter) spielt IRA Mitglied Jim Mccann.
Wie dicht der Biopic tatsächlich an der Realität dran ist, ist natürlich fragwürdig, denn die durchweg enthaltene Pro-Marihuana Attitüde, die sich teils in den Dialogen, teils in den Aktionen findet (es wird kaum Gewalt angewendet, niemand wird getötet, die Stimmung ist fast ausschließlich optimistisch oder zumindest heiter ironisch), könnte vermuten lassen, dass vielleicht ein paar allzu negative Dinge ausgelassen wurden.
Aber das steht dem Spaß, den man bei Mr Nice verspürt, nicht im Wege, denn die leichtherzige, dabei nicht naive Geschichte um einen Drogen Mogul ist gewitzt und temporeich erzählt, enthält ein paar goldene Szenen des Humors und ist schauspielerisch natürlich Eins A gespielt, was man bei dem Cast auch erwartet hat.
Auffallend gut ist auch der Soundtrack von Philip Glass, wer Wert auf innovative Kameraarbeit legt, der wird auch den Mix aus alten Filmaufnahmen, Green Screen und den regulären Aufnahmen begrüßen, der dem Film teilweise einen charmanten 70er Jahre Look verpasst, inklusive der unrealistischen Blicke aus Autofenstern hinaus.

Für Stoner aller Couleur dürfte der Film auf jeden Fall sehenswert sein, Fans des Britkinos kommen auch auf ihre Kosten und wer Gangsterfilme ohne Klischees mag, der wird ebenso bedient werden, die Massen dürfen also ins Kino strömen.

Ab dem 23.6.2011 im Kino

Regie und Drehbuch: Bernhard Rose
Darsteller: Rhys Ifans, Chloe Sevigny, David Thewlis, Crispin Clover, Omid Dialili
Musik: Philip Glass